Das kleine Schwarze mit 1TB: WD My Passport Essential SE
Externe Festplatten mit USB 2.0 Anschluss gibt es in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlicher Kapazität, Zugfriffs- und Datenübertragungsgeschwindigkeit, Abmessungen und Gewicht. Die Gründe für die Beliebtheit der Massenspeicher sind so zahlreich wie die Geräte vielfältig. Den meisten Speicherplatz und die größte Geschwindigkeit bieten Geräte auf Basis von Festplatten im 3,5 Zoll Format mit eigener Stromversorgung. Es handelt sich dabei um dieselben Modelle, die in PCs eingebaut werden. Ist man auf Mobilität angewiesen, bieten sich die Modelle mit 2,5 Zoll Formfaktor an. Die Kapazitäten der Notebook-verwandten Festplatten im portablen Gehäuse können mehr als das zehnfache der neuesten USB Speichersticks betragen – das bei wesentlich günstigeren Preisen pro Megabyte und ähnlichen Übertragunsgeschwindigkeit. Zum Betrieb reicht die vom PC am Datenanschluss zur Verfügung gestellte Energie aus. Im Vergleich zu den externen Festplatten im 3,5 Zoll Format spart man sich als Benutzer ein separates Netzteil, das Stromkabel und die Suche nach einer freien Steckdose am Verwendungsort.
Western Digital, eine der wenigen verbliebenen Größen im hart umkämpften Geschäft für magnetische Massenspeicher, bietet Festplatten für alle Anwendungszwecke an. Mit der My Passport Essential SE überrascht der amerikanische Hersteller mit einem kleinen, leichten Modell das eine beeindruckende Speicherkapazität von 750GB bzw. in der getesteten Ausführung bis zu 1TB (1000 – 1024 Gigabyte) bietet. Genug Platz für 1500 unkomprimierte CDs bzw. mehrere hunderttausend MP3s in Pop-Song Länge (bei 128kbit/s und ca. 3 Minuten Laufzeit). Dabei werkelt in dem auf Hochglanz polierten schwarzen Gehäuse eine 2,5 Zoll Festplatte, die sich mit dem Strom an der USB 2.0 Buchse des angeschlossenen PCs bzw. Laptops zufrieden gibt. Im Test klären wir, wie sich die My Passport Essential SE 1TB im Vergleich zu anderen Speicherlösungen schlägt und wie sie bei der Produktion eines Video Podcasts zum Einsatz kommt.
Früher … war nicht alles besser.
Vor der Verbreitung der inzwischen allgegenwärtigen USB 2.0 Anschlüsse, war man sowohl in Erweiterung der lokalen Speicherkapazität als auch beim Datenaustausch eingeschränkt. Bei knapp werdendem Plattenplatz kam man nicht um den internen Einbau einer neuen Festplatte. Dazu musste das PC Gehäuse geöffnet, die neue interne Fesplatte korrekt befestigt und verkabelt werden. Besonders umständlich: waren die Einschübe für magnetische Massenspeicher im Gehäuse aufgebraucht, blieb kaum eine andere Option als alle Komponenten des Rechners in einem neuen größeren Zuhause unterzubringen. Zum Austausch grosser Datenmengen hatten sich ab Mitte der Neunziger ein- bis mehrfach beschreibbare CD Rohlinge etabliert. Im Vergleich zu den gängigen Kapazitäten interner Festplatten haben die optischen CD Medien mit 640 bis 700MB Speicherplatz das Nachsehen gehabt. Schon um die Jahrtausendwende lag der Abstand zu Festplatten (damals mit 40GB bis 100 GB Kapazität) bei ein- bis zwei Größenordnungen.
Aufgrund der mangelnden Benutzerfreundlichkeit der ehemals gängigen Lösungen zur Speicherplatzerweiterung und zum Austausch großer Datenmengen, verwundert es nicht, dass externe Fesplatten und USB Speichersticks den Markt erobert haben. Dank dem USB 2.0 Anschluss gelingt die Verbindung zu praktisch jedem PC, Mac und Laptop der nach 2000 verkauft worden ist.
Das richtige Speichermedium für den richtigen Zweck
Schaut man sich nach einer externen und mobilen Speicherlösung um, gilt es vor einer Anschaffung die eigenen Anforderungen zu sortieren. Lösungen auf Festplattenbasis bieten wesentlich mehr Speicherplatz für das Geld als es Flashmedien vermögen. Bei hohem Datenaufkommen ist an die kleinen USB Speichersticks überhaupt nicht zu denken, schliesslich ist bei maximal 64GB Schluss. Auf der anderen Seite ist der Speicher auf Flashchip Basis in physikalischen Abmessungen kaum zu schlagen und passt in jede noch so enge Hosentasche. Den Kontrast stellen die externen Lösungen dar, in denen reguläre Festplatten für den Einsatz in ausgewachsenen PCs verbaut werden. Im Computer werden diese direkt an einen Datenbus wie z.B. SATA angeschlossen und beziehen ihren Strom vom PC Netzteil. Damit sie in einem eigenständigen externen Gehäuse funktionieren, bekommen sie ein separates Netzteil sowie eine kleine Platine, die für die Kommunikation über eine Datenschnittstelle wie USB, Firewire oder eSATA sorgt. Da es sich um konventionelle Festplatten handelt, können diese mit gewohnter Schreib-, Lese- und Zugriffsleistung aufwarten. Einschränkungen können sich einzig über die zum Einsatz kommende Datenschnittstelle ergeben – so bietet USB 2.0 z.B. eine maximale Übertragungsleistung von 60MB pro Sekunde. Ein Wert den viele 3,5 Zoll Festplatten erreichen. Für USB Speichersticks liegt der Wert weit jenseits dessen was die flinksten Vertreter der Gattung bieten.
Einen attraktiven Kompromiss aus Übertragungsleistung, Kapazität und Mobilität stellen externe Festplattenlösungen auf Basis von Notebookhardware dar. Die physikalischen Abmessungen fallen wegen der Hardware im 2,5 Zoll Format viel kompakter aus als bei den großen Festplattenkollegen – oft um das Vielfache. Die Übertragungsleistung liegt je nach konkretem Zugriff, d.h. Schreiben oder Lesen großer bzw. kleiner Dateien mal näher an den USB Speichersticks und mal an den 3,5 Zoll Vertretern der eigenen Zunft. Festplatten für Laptops benötigen wenig Strom, die My Passport Essential SE kommt ganz ohne eigene Stromversorgung aus. Ein USB Kabel verbindet Rechner mit Festplatte und der kleine Riesenspeicher ist betriebsbereit.
Im Einsatz
Bei der Produktion von SuperHyperTurbo kommen mehrere HD Kameras zum Einsatz. Das Rohmaterial wird in 1080p gedreht und belegt um die 20MBit pro Sekunde, das sind knapp drei Gigabyte Speicherplatz bei einer zwanzig minütigen Aufnahme. Zusätzlich kommen HD Aufnahmen von Computer- und Videospielen aus dem PC und einzelnen Aufnahmestationen für die unterschiedlichen Konsolenplattformen dazu. Pro Episode kommen mehr als 100 Gigabyte an Aufnahmen zusammen. Diese gilt es von den Kameras zu kopieren, zu sichern und in Schnitt und Postproduktion auszutauschen.
Rechnet man nicht verwendetes Material aus Drehtagen zu vorangegangenen Episoden dazu, gilt es ein Vielfaches zu speichern und zur späteren Verwendung bereitzuhalten. Aufgrund der Datenmengen ist der Einsatz von USB Sticks ausgeschlossen. Externe Festplatten im 3,5 Zoll Format nutzen wir sehr selten zum Datenaustausch, schliesslich benötigen diese immer ein separates Netzteil, das selten am Zielort zur Verfügung steht. Das heisst, es gilt immer das Netzteil am Ursprungsort auszustecken, tunlichst nicht zu vergessen es einzustecken und am Zielort freie Steckdosen an geeigneter Stelle auszumachen. Was beim Pendeln zwischen zwei Wohnungen noch machbar ist, stellt bei der Produktion vor Ort, wie z.B. in einem Messeumfeld, ein echtes Hindernis dar.
Mobile Festplatten in 2,5 Zoll Bauform dagegen kommen mit einem Standard USB Kabel aus. Kabel mit USB 2.0 Typ A Stecker auf der einen und Mini- bzw. Micro-USB auf der anderen Seite sind nahezu allgegenwärtig. Erfahrungsgemäß ist im Notfall schnell eins ausfindig gemacht. Wir haben mit dem Vorgänger, der WD My Passport Essential mit “nur” 500GB sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie kam bei uns schon während der gamescom zum Einsatz. Die neue My Passport Essential SE mit der doppelten Speicherkapazität hat für Begeisterung gesorgt. Uns war gar nicht bewusst, dass es schon portable Festplatten im 2,5 Zoll Format mit so viel Platz gibt.
Auf einen Blick
Besonders gefallen haben uns
- Edles Erscheinungsbild in Klavierlack-Optik
- Sehr gut verarbeitet
- Kompakt und leicht
- Große Speicherkapazität zu gutem Preis
Verbesserungswürdig
- Längeres Anschlusskabel im Umfang
- Datenübertragungsgeschwindigkeit war beim 500GB Vorgänger etwas besser, wünschen wir uns für die Zukunft wieder
- Mitgeliefertes Softwarepaket SmartWare ist auf eigener Virtual CD Partition untergebracht, sollte einfacher zu entfernen sein (Anleitung und Tool für Windows und für OS X)
Fazit
Man muss nicht ein datenintensives Videoprojekt betreiben, um Gefallen an der My Passport Essential SE 1TB zu finden. Dank Fotosammlungen mit hochauflösenden Bildern, privaten Film-/Serienbibliotheken und Musikkollektionen, wächst der persönliche Speicherbedarf stetig an. Wer einen Laptop, All-In-One PC bzw. iMac sein Eigen nennt, erweitert am einfachsten mit einer externen Festplatte. Möchte man sich das Schrauben am PC im Towergehäuse sparen, geht man auch als Desktop-Besitzer komfortablerweise denselben Weg. Soll die Datensammlung dabei portabel bleiben, so dass sie Platz in der Jackentasche findet, gibt es zur Zeit keinen besseren Weg als eine externe 2,5″ Festplatte mit USB 2.0 Anschluss. Die Lesegeschwindigkeit der WD My Passport Essential SE 1TB reicht für die direkte Wiedergabe von HD Material aus, gab sich überraschenderweise im Test der 500GB My Passport geschlagen. Ihre Kapazität und Verarbeitung sind über jeden Zweifel erhaben und gegenüber dem Vorgänger weiter verbessert worden. Das Speicherplatzangebot von einem Terabyte hat der neuen WD My Passport Essential SE den Platz in unseren Kamera- und Notebook-Taschen gesichert.
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Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.




