Jenseits der Maus: Kensington SlimBlade Trackball
Kensington erweitert die eigene Produktpalette für Eingabegeräte nach oben und stellt den SlimBlade Trackball vor. Edel im Design und hochwertig in der Verarbeitung soll der neueste Spross nicht nur bestehende Trackball User überzeugen, sondern auch Fans von Computermäusen ins Kugellager locken.
Als Wanderer zwischen den unterschiedlichen Welten für Computerzeigegeräte, habe ich es mir nicht nehmen lassen den SlimBlade über mehrere Wochen am iMac zu betreiben. Zuletzt habe ich 2007 während eines längeren und arbeitsintensiven Aufenthalts in den Vereinigten Staaten auf einen Trackball zurückgegriffen.
Um genau zu sein auf den Vorgänger des SlimBlade, die Kensington Expert Mouse – zugegeben ein etwas unglücklich gewählter Name für einen Trackball. Besteht die Aufgabe aus umfangreichen Tastatureingaben, wie das z.B. beim Programmieren der Fall ist, lege ich Wert darauf meine Haltung vor einer ergonomischen Tastatur so wenig wie möglich ändern zu müssen. Der Einsatz eines Trackballs hat sich dabei über die Jahre als sehr praktisch erwiesen.
Im Gegensatz zu einer Maus kann ein Trackball an einer bestimmten Stelle auf dem Schreibtisch, besonders nah an der Tastatur stehen. Beim Griff zum Zeigegerät muss die eigene Haltung kaum verändert werden, den Cursor positioniert man per Fingerzeig.
Trackballs Allgemein
Trackballs gibt es mindestens so lange wie Computermäuse, der englischsprachige Wikipedia Artikel zum Thema nennt 1952 als Geburtsjahr. Schon in den siebziger Jahren haben sie breiten Einsatz in Videospielautomaten erfahren. Besonders im professionellen Umfeld finden sie sich noch heute. Ob in Atom U-Booten, Radaranlagen oder dem Ultraschallgerät in der Arztpraxis nebenan, Trackballs eignen sich für eine große Bandbreite an Anwendungsszenarien. Das liegt zum einen daran, dass sie besonders widerstandsfähig konstruiert werden können, zum anderen am geringen Platzbedarf.
Bei aller Flexibilität die mit Trackballs einhergeht, gibt es auch eine Einschränkung. Actionspieler – besonders solche die dem First Person Shooter Genre nicht abgeneigt sind – werden nicht komplett umsteigen können. Perspektivwechsel gelingen mit den Nagern besser. Im Betrieb mit Workstations und PCs ist ihre Präzision geschätzt. Kommen bei der Bedienung mit der Maus Schulter- und Armgelenke in Bewegung, gelingt das pixelgenaue Anfahren von Punkten auf dem Computermonitor besser mit feiner Fingermotorik. Trackballs machen sich den Umstand zunutze und ermöglichen ein ermüdungsfreieres Arbeiten.
Der SlimBlade im Besonderen
Das Herzstück des Kensington SlimBlade ist die mit 5cm überdurchschnittlich große und damit griffige Trackballkugel. Vergleichbar mit den Quadranten in einem Koordinatensystem umgeben vier Tasten die Kugel im Zentrum. Obwohl sie die gesamte Oberfläche belegen, lösen sie nicht ungewollt aus. Erst gezielter Druck wird als Klick registriert. Die unteren beiden fungieren als linke und rechte Maustaste – beide funktionieren ohne weitere Treiberinstallation sowohl an Windows PCs als auch an Macs mit OS X. Die oberen beiden Buttons erfordern die Installation eines speziellen Treibers von der Webseite des Herstellers. Im Test lies dieser sich problemlos auf beiden Betriebssystemen installiert und betreiben. Im Anschluss stehen die Tasten für Zusatzfunktionen, wie z.B. der Mediensteuerung zur Verfügung.
In den letzten Wochen hat der SlimBlade seine Vorteile in Präzision und Komfort beim Videoschnitt und der Bildbearbeitung ausgespielt. Ist eine angenehme Haltung eingenommen, kann eine Hand auf dem Trackball bleiben, während man mit der anderen die Tastatur bedient. Arme und Schultern bleiben in Ruheposition. Im Gegensatz zum Vorgänger ist das Gehäuse weiter abgeflacht, was sich als komfortablere Arbeitsposition herausstellt. Die Verarbeitung überzeugte schon bei der Kensington Expert Mouse, allerdings konnte das Design bisher nicht mit aktuellen Top-Mäusen mithalten. Der SlimBlade braucht sich nicht mehr verstecken. Die großflächige Handauflage ist in Granitoptik gehalten und wird von der roten Trackballkugel dominiert. Ein silberner Zierring um die leicht schimmernde Kugel setzt dem ganzen das ästhetische i-Tüpfelchen auf.
Auf einen Blick
Besonders gefallen haben uns
- Größe des Trackballs und der Buttons
- Präzises optisches Tracking für die Trackballkugel
- Dezentes, ansprechendes Design
Verbesserungswürdig
- Auf der glänzenden Oberfläche können sich Schweißhände abzeichnen, matte Oberfläche wünschenswert
- Bei all der schönen Optik: ein Premiummodell, das statt Plastik hochwertigere Materialien wie Alu einsetzt
- Ein dediziertes Scrollrad
Fazit
Der Kensington SlimBlade Trackball macht seinem Namen alle Ehre. Seine flache Form bietet eine angenehme Auflagefläche für die Hand. Grösse und Gewicht des Trackballs stimmen. Bei der Bedienung mit mehreren Fingern gelingt die präzise Positionierung des Mauszeigers besser als mit einer Maus. Das fällt besonders beim Videoschnitt mit iMovie ‘09 bzw. Final Cut Express und Bildbearbeitungsprogrammen wie Pixelmator auf. Optisch wirkt die Alternative zur klassischen Computermaus sehr edel, was nicht zuletzt am zurückhaltenden Design liegt. Seit dem legendären Microsoft Trackball Explorer, der schon seit Jahren nicht mehr produziert wird und auch in gebrauchtem Zustand noch für mehrere hundert Dollar den Besitzer wechselt, hat mich kein Trackball mehr so überzeugt. Der SlimBlade funktioniert einfach. Die Zusatztasten habe ich kaum genutzt: Komfort, Design und das präzise Tracking sind die Alleinstellungsmerkmale des Kensington SlimBlade Trackball.
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Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.



