Kompromisslos Kompakt: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard
Bis vor knapp zehn Jahren wurde bei PC Anschaffungen der Großteil der Investionssumme noch für den Computer eingeplant und ausgegeben. Peripheriegeräte waren im besten Fall einen Nebengedanken wert. Schlimmer noch: oft hat man sich jahrelang mit billigster Ausstattung zufrieden gegeben – oft klapprig, wenig komfortabel und selten ansehnlich. Mit der Verfügbarkeit von erschwinglichen und qualitativ hochwertigen LCD Monitoren – in Größen die weit jenseits dessen liegen, was wir uns von Röhrenmonitoren erträumt hätten – hat sich unser Kaufverhalten gegenüber essentieller Peripherie verändert. Neben dem Bildschirm hat sich auch bei den Mäusen einiges getan. Ergonomiefans und PC Spieler gemeinsam treiben mit ihrem Kaufverhalten seit Jahren die Entwicklung von neuen Modellen an. Wessen Hand sich beim Gedanken an die Zeiger-Eingabegeräte aus dem letzten Jahrtausend noch verkrampft, wird es ihnen danken.
Mit kaum einem Zubehör arbeiten wir mehr als mit der Tastatur. Sie stellt neben Maus und Monitor die dritte Komponente in der Reihe betriebsnotwendiger PC Peripherie dar. Überraschenderweise scheint im Hinblick auf den Massenmarkt ihre Entwicklung wenig Fortschritte gemacht zu haben. Ergonomische Tastaturen mit geteiltem Tastenfeld gibt es seit fast zwanzig Jahren. Apple hatte schon im Jahr 1993 ein Modell im Angebot. Microsoft folgte ein Jahr später und bietet – im Gegensatz zum kalifornischen Konkurrenten – heute noch Weiterentwicklungen an. Ähnlich wie die Tasten scheiden sich an den ergonomischen Modellen die Geister. Auch wenn es in meinem persönlichen Fall anders aussieht: der Großteil meines Bekanntenkreises kann nichts mit den separaten Bereichen für linke und rechte Hand anfangen.
Microsoft bietet mit dem Bluetooth Mobile Keyboard ein Tastaturpaket an, dass Ergonomie verspricht ohne die Keyboard-Oberfläche zu entzweien. Dabei kommt es sogar schnurlos daher und funkt standardkonform über Bluetooth.
Geschwungen statt geteilt
Ergonomische Tastaturen bieten geteilte Tastenfelder, um den Benutzer vor einer unnatürlichen Haltung zu bewahren. Gerade angeordnete Tastenreihen führen dazu, dass man vom Handgelenk aufwärts bis zu den Schultern verkrampft. Der Effekt verschlimmert sich bei längerer Arbeit und besonders an gedrungenen Laptop Tastaturen mit kurzem Tastenanschlag. Microsoft bietet, wie auch Logitech bei einigen Produkten, eine Alternative zur gewöhnungsbedürftigen Aufteilung von Bereichen auf der Tastatur an: eine geschwungene Tastenanordnung. Diese ermöglicht es die Handgelenke beim Tippen auf natürliche Weise anzuwinkeln. Dabei bleibt sie beim einhändigen Websurfen bzw. Spielen mit einer Hand bedienbar.
Aus eins mach zwei
Wie unschwer an der Produktbezeichnung zu erkennen, vermarktet Microsoft die Tastatur auch für den mobilen Einsatz. Um dem Anspruch gerecht zu werden und das Keyboard portabel zu halten, hat man das Nummernpad als separate Minitastatur ausgelegt. Bei Bedarf findet sie Platz in der Laptoptasche oder verbleibt auf dem heimischen Schreibtisch bzw. im Büro. Beide Teile des Bluetooth Mobile Keyboard sind sehr flach gehalten und sollten in jede noch so kompakte Netbook-Tasche passen. Es ist erstaunlich, dass die Tastatur mit wenigen Millimetern kaum höher ausfällt, als die Batterien die das Gerät mit Strom versorgen.
Angefasst, angesehen … und gestaunt
Mit der ersten Berührung merkt man der Tastaturkombo die vielen Jahre an Erfahrung an, auf die das Microsoft Hardware Team beim Design von Eingabegeräten zurückgreifen kann. Die Verarbeitung gehört ohne Zweifel zur Spitzenklasse. Eine angenehm anzufassende Gummierung umläuft das Tastenfeld. Die Notebook-verwandten Tasten bieten einen sicheren Druckpunkt und komfortablen Hub. Obwohl die Aussenmaße kompakt wirken, bietet die Tastatur angenehm viel Platz um die Hände in einem natürlichen Abstand voneinander zu platzieren.
Der umlaufende weisse Rand bietet einen edlen Kontrast zur schwarzen Oberfläche. Optisch und haptisch ist das Bluetooth Mobile Keyboard äußerst attraktiv. Die Liebe zum Detail ist schon beim Auspacken auffällig, so überrascht z.B. die Beilage eines separaten Stofftäschchens für das Zahlenfeld.
Anschluss gesucht
Die Energieversorgung der schnurlosen Tastatur wird über zwei AAA-Batterien sichergestellt. Eine einzelne reicht für das Zahlenfeld aus. Im Lieferumfang befinden sich hochwertige Exemplare eines Markenherstellers. Kommuniziert wird über den Bluetooth Standard. Im Test haben sowohl die Verknüpfung mit Windows XP, Vista, Windows 7 und Apple’s OS X funktioniert. Es wird kein Bluetooth-Empfänger mitgeliefert. Entsprechende Komponenten sind bei Macs inzwischen allgegenwärtig. Viele Laptop- und Netbook-Hersteller statten ihre Mobilrechner ebenfalls mit dem Nahbereichsfunk aus. Besitzt man einen Computer der kein Bluetooth spricht, sollte man die Anschaffung eines Empfängers einplanen – diese gibt es zahlreich und günstig für die USB Schnittstelle.
Auf einen Blick
Uns hat besonders gefallen
- Kompakte Abmessungen: gross genug um als Erwachsener eine natürliche Handposition einzunehmen
- Separates Zahlenfeld spart Platz auf dem Schreibtisch, ist bei Bedarf vorhanden
- Sehr gutes Schreibgefühl
- Problemloser Betrieb an allen aktuellen Betriebssystemen
Verbesserungswürdig
- Kein ausklappbaren Hochstellfüsschen, nicht aufstellbar
- Bei fehlender Bluetooth Funktionalität am PC, separater Empfänger notwendig
Fazit
Das Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard erweist sich als ein durchdachtes Angebot. Allein für das optionale Zahlenfeld verdient der Hersteller Anerkennung. Anbieter wie z.B. Apple sparen bei ihren kompakten Bluetooth Tastaturen das Nummernpad komplett ein. In solchen Fällen sehnt man sich spätestens bei der Arbeit mit Tabellenkalkulationen nach einer komfortablen Eingabemöglichkeit. Die kompakten Abmessungen gefallen sehr und tragen zu einem aufgeräumten Schreibtisch bei. Die Einsparungen an Tastaturgrösse gehen nicht auf Kosten des Tastenfelds, sondern sind dem schmalen Rand und dem separaten Zahlenfeld zu verdanken. Glücklicherweise ist Microsoft bei der Platzierung der Sondertasten keine Kompromisse eingegangen: Backspace, Enter und die beidseitigen Strg-Tasten sind gut zu erreichen.
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Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.



