Acer T230 – ein 23”-Touch-Display
Zu den populärsten Elektroniktrends der letzten zwei bis drei Jahren zählen zweifelsfrei Multitouch-Bildschirme. An der Bedienung von Computern ganz ohne Maus und Tastatur, nur mit den eigenen Fingerspitzen, ist das iPhone von Apple nicht ganz unschuldig. Als Vorkämpfer seit 2007 überzeugt das ‘smarte’ Telefon mehr und mehr Menschen davon, dass kleine Plastik-Buchstaben für das Zehnfinger-Schreibsystem zu unflexibel daherkommen.
Das iPhone hat jedoch gut Reden: Es ist lediglich 3.5-Zoll groß, weshalb sich das Konzept der kapazitiven Technologie mit seinen Zoom- und Wisch-Gesten noch lange nicht auf gängige Desktop-Computer übertragen lässt. Trotzdem: Die intuitive Bedienung begeistert bereits weltweit über 75 Millionen Käufer. Daher liegt es nahe, dieses Steuerungskonzept weiter zu verfolgen und auch auf größeren Bildschirm zu etablieren. Das tut der Acer T230 jetzt als einer der ersten Kandidaten seiner Zunft in gigantischen 23-Zoll-Dimensionen.

Möglich macht die berührungsempfindliche Oberfläche das aktuellste Microsoft Windows 7-Betriebssystem. Dieses kommt von Haus aus mit Touch-Funktionalität. Nach dem ersten Aufstellen lässt sich ein Computer mit dem Windows 7-OS ohne weitere Konfiguration am Acer T230 betreiben. Nutzer des Betriebssystems Vista müssen zusätzliche Treiber installieren, profitieren jedoch auch dann von der Steuerung über Handbewegungen. Mac OS- und Linux-Benutzer nehmen den Bildschirm selbstverständlich auch in Betrieb, vermissen jedoch die benötigten Treiber, die für eine Touch-Steuerung erforderlich sind.
Der Monitor in mattem Schwarz erstrahlt in einer voll HD-tauglichen Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln, bringt 16.7 Millionen Farben mit und besitzt ein dynamisches Kontrastverhältnis von 80.000:1 – die Filmwiedergabe von Blu-Ray-Scheiben sieht sehr beeindruckend aus. Computer, Konsolen oder andere Abspielgeräte lassen sich über DVI-, (analoges) VGA- oder einen HDMI-Anschluss verbinden. Durch die digitale HDCP-Verschlüsselung verarbeitet der LCD-Monitor auch kopiergeschützte Medien ohne Probleme. Des Weiteren findet sich ein USB-Anschluss (Type B) an der Unterseite des Monitors für die notwendige Übertragung der Fingereingaben zum Computer. Über die 3,5 mm Audio-Klinkenbuchse lassen sich die internen Stereo-Lautsprecher ansteuern.
Für die Aufstellung genüg es, den separaten Standfuß mit dem Bildschirmgehäuse zu verbinden. Das benötigt nicht mehr, als einen kurzen Drehmoment, der durch eine kleine Schraube abgesichert ist. Höhe und Neigung lässt sich auf dem Schreibtisch mit zwei kurzen Handgriffen erledigen. In der niedrigsten Position hängt das Display zirka eine Handkante über der Schreibtischplatte. Ganz ausgefahren passen zwei Faustballen übereinander unter den Rahmen, so dass auch Menschen mit einer Größe bis zwei Metern noch einen akzeptablen Blickwinkel genießen.

Multitouch
Unter Windows 7 (Home Premium, Professional, Enterprise und Ultimate) funktionierte die Fingersteuerung direkt nach dem Anschließen und Aufstellen problemlos: Wie beim iPhone lässt sich durch Spreizen der Finger die Schriftgröße von Webseiten anpassen, scrollen oder auf einer virtuellen Tastatur schreiben. Die Steuerung mit den Händen ist über das Gesamte Betriebssystem möglich, bietet sich für einige ausgewählte Anwendungen jedoch besonders an. Die Fotobetrachtung drängt sich eindeutig in den Vordergrund. Hier lässt sich im Windows Media Center kinderleicht durch die Bilddatenbank surfen oder eine Video- beziehungsweise Audio-Aufzeichnung abspielen.
Die Glasoberfläche des Bildschirms ist glatt und sehr widerstandsfähig. Dadurch lassen sich Fingerabdrücke kinderleicht entfernen. Die Beschaffenheit unterscheidet sich jedoch substanziell von Mobilfunktelefonen mit dieser Technologie, die ein sensibleres Gespür für dessen Bedienung vermitteln. Auf dem großen Display erfolgen die Eingaben mit maximal zwei Berührungspunkten zum Teil “ruckartiger”. Für die Bedienung eines einzelnen Anwenders mit einfacher Desktop-Steuerung ist dies jedoch völlig ausreichend.
Anwendungsfälle
Verschiedenste Einsatzmöglichkeiten sind für einen berührungsempfindlichen Monitor in dieser Größe vorstellbar. An einem Büroarbeitsplatz mit mehreren Bildschirmen, lässt sich der Acer T230 fast ideal zum Anzeigen von Status-Programmen, Webseiten, PDF-Dokumenten oder Präsentationen verwenden. Wer beispielsweise Excel-Dateneingaben über die gewohnte Tastatur-Maus-Bedienung in der Firmendatenbank vornimmt, könnte sich die aktuellen Quartalszahlen als digitales PDF auf einen zweiten Monitor schieben und dort per Wischgeste die Seiten umblättern. Das kann beinahe blind geschehen, so dass man gedanklich nicht aus seinen Kalkulationen herausgerissen wird.
Genauso gut lassen sich am 24-Zoll Monitor jedoch auch kleine Präsentationen vorführen. Wer beispielsweise in einem persönlichen Kundengespräch sitzt, muss sich nicht mehr hinter Tastatur und Maus verstecken. Der Kundenbetreuer könnte sich in direktem Kontakt vor den Monitor platzieren und dem potenziellen Autokäufer die Farbwahl seines neuen Kraftfahrzeuges selbst auswählen lassen. Mit den richtigen Programmen, ist das ohne eine große Lernkurve zu bewerkstelligen.
Auch als “Internet-Station” in jedem Wartezimmer macht sich der Acer-Bildschirm bei seinen ausharrenden Klienten beliebt, indem er ihnen einen leicht zu bedienenden Netzzugang an die sprichwörtliche Hand gibt. Kindern wiederum beschäftigen sich ganz eigenständig beim Arzt, wenn sie mit einem Malprogramm, das sich per Finger steuern lässt, unterhalten werden.
Das Reaktionsverhalten des Monitors ist mit 2 ms auch schnell genug für aktuelle PC-Spiele. Durch die bedingte Eingabe-Latenz lässt sich zwar nicht jedes rasante Rennspiel empfehlen, klassische Brettspiele wie die ‘Siedler von Catan’ erfreuen jedoch viele Altersklassen. Der Besuch beim Kinderarzt wird plötzlich zur Lieblingsveranstaltung der Sprösslinge.

Fazit
Der Acer T230 Multitouch-Monitor löst nicht die gängigen PC-Eingabegeräte wie Tastatur und Maus ab. Dazu trat er jedoch auch nicht an. Für ausgewählte Anwendungsfälle zeigt er alternative, teils viel intuitivere Bedienkonzepte auf. Von vielen Einsatzmöglichkeiten weiß man vielleicht noch gar nicht, das man sie irgendwann einmal nicht mehr vermissen möchte. Einige Praxisbeispiele haben wir angeführt, weitere gilt es für sich persönlich zu erarbeiten.

Plus / Minus
Das hat uns nicht gefallen:
- Bedienknöpfe (leicht abgesenkt) am Gehäuse etwas wackelig
- Oberfläche verspiegelt
Das hat uns gefallen:
- unaufdringliches Design, schmaler Gehäuserahmen
- solide Verarbeitung
- Höhen- und Neigungsverstellbar
- Stromverbrauch (durchschnittlich 36 Watt) akzeptabel
- Fingerabdrücke lassen sich leicht entfernen
- kontrastreicher Blickwinkel für 3-4 Personen
-> Acer T230H – LCD-Display (23”) – 1920 x 1080 – Multitouch
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Dieser Artikel wurde von alex verfasst.
