APC Back-UPS RS 800 – USV-Stromversorgung
Mitte der 90er-Jahre, beim Aufkommen der ersten bezahlbaren ‘Personal Computer’ hat man gelernt, die verwendeten Betriebssysteme immer ordnungsgerecht herunterzufahren.
Zum damaligen Zeitpunkt bestand beim rabiaten Ziehen des Stromsteckers noch erhöhte Gefahr, einen schwerwiegenden Datenverlust zu erleiden. Die heute gängigen Betriebssysteme sind mit diversen Schutzmechanismen und Autospeicher-Funktionen besser aufgestellt.
Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, die Batterie seines Laptops bei laufendem Betrieb zu entnehmen, oder den Ausschalter des Desktop-Rechners zu drücken ohne der Software vorab Bescheid gegeben zu haben.
Empfindlichere Server-Anlagen greifen zum Schutz ihrer Dateisysteme und aktiven Hardware-Komponenten seit Jahren zu sogenannte USV-Einheiten. Im Grunde handelt es sich dabei um einen großen Batterie-Pack, der eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) gewährleistet. Damit lassen sich auch an sensiblen Einsatzorten wie Krankenhäusern oder Notfall-Leitstellen (Feuerwehr, Polizei, etc.) sowohl Stromausfälle, als auch Unter- und Überspannungen abfangen. Im Idealfall bekommt das Personal von der kurzen Unterbrechung gar nichts mit.
Mittlerweile finden USV-Versorgungssysteme jedoch auch in kleinen Unternehmen und unter Selbstständigen eine weite Verbreitung. Ein Notstromaggregat gewährleistet, dass das Server-System in einer Firma nicht durch einen Stromausfall die Angestellten an der Ausführung ihrer Tätigkeit behindert. Viel elementarer ist jedoch, dass die Datenbank, auf die gerade drei Kollegen gleichzeitig zugreifen, einen unverhofften Neustart des Systems heil übersteht. Mit einer solchen Extra-Energiereserve wird eine Möglichkeit geschaffen, einen Stromausfall zu überbrücken oder einen sauberen Neustart zu veranlassen.
Die Stärken einer USV-Einheit beziehen auch Stromschwankungen mit ein. Das Büro des selbstständigen Architekten, in einem schönen Altbau-Gebäude, liefert oftmals keine durchgehend einheitliche Stromspannung. Recht unerwartet kann hier durch das Einschalten einer Klimaanlage, die Spannungsstabilität im Stromnetz in Mitleidenschaft gezogen werden. Das neue Netzteil im Heimserver kostet dann vielleicht 50 Euro, die neue Festplatte 100 Euro aber die zerschossene Datenbank ist beinahe unbezahlbar.
Als häufigste Netzstörungen gelten:
Hardware
Aus dem Qualitätshaus American Power Conversion (seit 1981) kommt mit dem Back-UPS RS 800VA eine USV-Unit im kompakten Design in den Abmessungen 23 cm (Höhe) x 10 cm (Breite) x 32 cm (Tiefe), die zirka 10 Kilogramm auf die Waage bringt. Diese Geräte-Serie besteht bereits seit 2003 und durchlebte mehreren Hardware-Revisionen. Die Vorderseite weist einen Ein- beziehungsweise Ausschalter auf und ist mit vier LED-Statusleuchten bestückt. Im Gerät ist ein piepsiger Klanggeber eingebaut, der Warnungen in Bürolautstärke ausgeben kann.
Die Rückseite ist mit gut beschrifteten Anschlüssen bestückt. Darunter finden sich sechs Kaltgerätesteckdosen mit Überspannungsschutz. Von denen lassen sich bei einem Stromausfall vier, mit der intern verbauten Batterie, versorgen. Auch für die Telefon-Dose mit RJ11-Stecker (Modem-/Fax-/DSL) und die RJ45-Netzwerk-Buchse (10/100 Ethernet) steht ein Überspannungsschutz bereit. Ein zusätzlicher RJ45-Steckkontakt verbindet mit einem speziellen USB-Adapterkabel die USV-Einheit mit dem Computer. Ein Knopf zum ‘Schutzrelais’ trennt die USV vom Stromnetz, falls eine extreme Überlast das Gerät beschädigen könnte.
Sehr vorteilhaft gestaltet sich der Zugang zur internen Batterie. Diese lässt sich ohne Schrauben durch eine stabile Plastikabdeckung einsehen und für die Erstbenutzung mit dem Gehäuse verbinden. Das verwendete Kabel fällt sehr starr aus und muss ein wenig gebogen werden, bis der klobige Stecker mit dem Gerät verbunden ist. Ein Batteriewechsel (RBC32) fällt durch diese Konstruktion jedoch angenehm einfach aus. Die versiegelte Bleibatterie mit suspendiertem Elektrolyt ist auslaufsicher und kann gewechselt werden, ohne das System herunterzufahren.
Die Einheit arbeitet unter normaler Stromversorgung weitgehend geräuschfrei. Kommt die Batterie zum Einsatz, steigt die Lautstärke erheblich an. Das ist kein ohrenbetäubender Lärm, jedoch auch nicht Wohn- oder Schlafzimmer-tauglich.
Software
Für alle gängigen Betriebssysteme steht eine Software (nach Registrierung) zum Download bereit oder wird auf CD mitgeliefert. Windows erkennt jedoch bereits aus dem Stand die USV-Einheit. Die Linux-Unterstützung fällt mit einer 64 Bit-Programmversion angenehm modern aus. Einzig die Software für Macintosh OS X (ab 10.1) hängt ein wenig der Zeit hinterher. Trotzdem lassen sich auch hier die notwendigen Einstellungen, beispielsweise ab welcher Entladekapazität das OS heruntergefahren werden soll, konfigurieren.
Die ‘APC PowerChute Personal Edition’ für Windows hält umfangreiche Performance und Konfigurations-Einstellungen in petto. Neben einem Selbsttest wird auch die erwartete Batterielaufzeit für die derzeit angeschlossenen Geräte ermittelt.
Leistung
Auf der Webseite des Herstellers lässt sich die Überbrückungszeit bei einer Watt-Angabe errechnen. Im Praxistest speiste sich ein aktueller Apple MacPro-Rechner unter normaler Systemlast zirka 20 Minuten aus der zwischengeschalteten Akku-Box. Hängt man noch zwei Bildschirme und eine DECT-Telefonstation dazu, verringerte sich die Laufzeit auf insgesamt zirka 12 Minuten. Das ist reichlich genügend Zeit, um bei einem längeren Stromausfall die Haussicherung wieder in Betrieb zu nehmen, oder das ganze System picobello herunterzufahren.
Fazit
Die Back-UPS RS 800VA (Volt-Ampere; max. 540 Watt Ausgangsleistung) bietet für den Einzelarbeitsplatz fast zuviel Leistung. Wer jedoch in seinem Home-Office etwas mehr IT-Ausstattung findet, oder vorausschauend noch nicht abschätzen kann ob ein größerer Server für das Büro über die nächsten Jahren in Betreib genommen wird, investiert hier in ein ausgewogenes Preis-/Leistungsverhältnis. Im Vergleich mit Produkten aus gleichem Hause, nimmt diese USV-Einheit absolut vertretbare Gehäuse-Abmessungen ein. Mit ihren 10 Kilo Gewicht, ist jedoch kein regelmäßiges Umstellen angeraten auch wenn kleine Tragriemen mitgeliefert werden.
Es gefällt, dass reservierte Kapazität und Überbrückungszeit für angeschlossene Geräte, die im Notfall auf Batteriebetrieb umgeschaltet werden müssen, vorhanden ist. Genauso wichtig ist jedoch auch der Überspannungsschutz für teils hochpreisige Drucker, Monitore oder Multifunktionsgeräte. Diese sind gegen Stromspitzen oder Blitzeinschläge geschützt, können jedoch einen Neustart gut vertragen.
Kehrt der Strom nach einer USV-Abschaltung wieder zurück, kann ein automatischer Neustart der angeschlossenen Lasten initiiert werden. Die ‘Automatic Voltage Regulation’-Technologie hält die Ausgangsspannung ohne Verwendung der Batterie im sicheren Bereich, wodurch die Akkulebensdauer verlängert wird. Des Weiteren gewährleisten mikroprozessor-gesteuerte Batterieladungen und selbstständige Diagnosetests eine maximale Nutzungsdauer. Der Hersteller APC vergibt eine zweijährige Garantie und versichert im Rahmen der Geräteschutz-Police (“Equipment Protection Policy“) mögliche Schäden an angeschlossenen Geräten.
Plus/Minus
Das mochten wir nicht:
- Gehäusefarbe: ‘computergrau’
- Spezialadapterkabel RJ45 auf USB unnötig, es hätte auch ein normales USB-Kabel Verwendung finden können
- Gewicht: 10 Kilo – weitgehend ungeeignet für den Transport
- mäßiger Software-Support unter OS X
Das hat uns gefallen:
- Software PowerChute von APC läuft ressourcenschonend im Hintergrund
- Unterstützung für alle gängigen Betriebssysteme – gute Software für Windows und Linux
- Es werden sämtliche Stromausfälle sowie Über- und Unterspannungen geregelt, kontrolliert und protokolliert
- große Vielzahl an Anschlüssen (externe Festplatten, Laufwerke, Fax- und Drucker sowie Netzwerkgeräte)
- schützt verbundene Hardware nicht nur vor Stromausfällen sondern vor allem auch vor Stromspitzen und -schwankungen
- leicht zugängliche Batterie
-> APC Back-UPS RS 800 – USV – Wechselstrom 230 V – 540 Watt – 800 VA – USB – 6 Ausgangsstecker
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Dieser Artikel wurde von alex verfasst.






