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Ein Netbook steigt auf: Toshiba Satellite Pro 110 P

February 11, 2010 Hardware, Testberichte View Comments

Der größte Trend des letzten Jahres im Laptop Sektor waren weder farbige Deckel, noch Oberflächen aus Alu oder Leder. Ultrakompakte Mobilrechner zum Sparpreis zwischen 300 und 600 Euro haben die Branche von unten auf- und an Verkaufszahlen gemessen auch überrollt. Die sogenannten Netbooks bieten sich als Surfcomputer und Zusatzgerät sowohl zum bestehenden PC als auch ausgewachsenen Laptop an. Bei passendem Anwendungsprofil können sie letztere sogar ersetzen.

Musste die erste Generation noch mit Kinderkrankheiten wie schwachbrüstiger Performance und zu klein geratenen Tastaturen kämpfen, haben die Hersteller zügig aufgeholt. Toshiba präsentiert mit dem Satellite Pro 110 P einen besonderen Vertreter der Gattung. Das Netbook der dritten Generation kombiniert einen vergleichsweise großen Bildschirm mit einer hochwertigen Tastatur. Man spendiert dem Ganzen sowohl mehr Arbeitsspeicher als auch einen schnelleren Hauptprozessor. Dabei bleiben Preis, Gewicht und vor allem die Akkulaufzeit im klassentypischen Rahmen.

Toshiba Satellite Pro 110: Klein, Stark, Karbon

Grenzgänger zwischen Netbook und Laptop?
Wie bei Mobilrechnern üblich bestimmen die Abmessungen des Displays die Mindestgrösse für das gesamte Gerät. Beim Satellite Pro 110 P kommt ein 11,6 Zoll Bildschirm mit regelbarer und bei Bedarf besonders heller LED Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz. Dank der modernen Leuchtdioden begnügt sich die Anzeige mit weniger Strom als vergleichbare Bildschirme mit Leuchtstofftechnik. Das kommt der Akkulaufzeit zugute. Auch sonst kann die Darstellungsqualität punkten. Farbtreue und Bildqualität spielen in der oberen Netbook Liga. Die Auflösung von 1366 * 768 Pixel kann HD Inhalte bis zu 720p darstellen und bietet genug Platz, um auch produktiv mit Microsoft Outlook in dreigeteilter Ansicht zu arbeiten.

Die Tastatur erstreckt sich bis auf einen schmalen Rand über die gesamte Gehäusebreite. Sie wartet mit einem gutem Tastenanschlag auf. Dank der Größe des Bildschirms im Deckel ist vor der Tastatur Platz entstanden um Handauflagen einzuräumen, die den Namen verdienen. Wenn man damit auch keinen Roman schreiben wird, die Arbeit mit Office Applikationen gelingt gut. Dieser Artikel ist komplett auf dem kleinen Rechner entstanden.

Auftritt
Designtechnisch bleiben keine Zweifel, dass es sich um ein Gerät der höheren Netbook-Klasse handelt. Deckel und die Bereiche rund um Tastatur und Trackpad sind in Hochglanz-Karbonoptik gehalten. Ausgehend von der silbernen Trackpad-Wippe rahmt eine Zierleiste den Eingabebereich ein. Auf den polierten Flächen können sich Fingerabdrücke abzeichnen. Die Vermutung, die sich gleich nach dem Auspacken eingestellt hat, man müsse ständig nachwischen, hat sich nicht bewahrheitet. Mit einem Gewicht von weniger als 1,6kg und den handlichen Abmessungen ist das Leichtgewicht gut mit einer Hand zu transportieren. Die Gehäusehöhe im geschlossenen Zustand verjüngt sich von 3cm im hinteren Bereich auf 2,5cm am vorderen Rand. Die leichte Anhebung kommt dem positiven Schreiberlebnis zugute und fällt beim Transport nicht störend auf.

Satellite Pro 110 im Profil, ganz oben

Innere Werte
Im Inneren des Satellite Pro 110 P werkelt ein aktueller CULV (Consumer Ultra Low Voltage) Prozessor von Intel. Bei dem Celeron 743 im Testgerät handelt es sich um einen 64Bit Prozessor. Dieser ist mit 1,3 GHz getaktet, was auf den ersten Blick und insbesondere im Vergleich mit dem sonst in Netbooks weitverbreiteten Intel Atom als wenig erscheinen mag. Allerdings gilt, dass die Taktfrequenz nur einen groben Anhaltspunkt für die relativen Leistungsunterschiede zwischen Chips einer Prozessorfamilie geben kann. Die absolute Leistung lässt sich daraus nicht ableiten. Schliesslich sind Prozessorarchitektur und -speicher ebenso wichtig. Im Vergleich zur Atomserie bringt der Celeron 743 mit 1 Megabyte prozessorinternen Speicher doppelt so viel mit als einem Atomkern zur Verfügung stehen. So überrascht es weniger, dass das CULV Herzstück des Toshiba in allen Belangen ein wenig besser abschneidet als die am höchsten getakteten Atom Modelle. Sogar der Atom 330 mit zwei Kernen – effektiv: zwei Prozessoren in einem Chip – muss sich geschlagen geben. Eher interessant: sowohl Energieverbrauch als auch Wärmeentwicklung bleiben in Reichweite der Atom Serie.

Mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher liegt die Grundausstattung bei der doppelten Kapazität, die sonst bei Netbooks üblich ist. Damit ist das Toshiba Satellite Pro 110 P gut gerüstet für Office, Web und Media-Playback. Bei der Festplatte im Testrechner handelt es sich um ein 250GB Modell im 2,5″ Format. Dank 5400 Umdrehungen sind die Zugriffs- und Übertragungsraten befriedigend bis gut. Toshiba liefert die Festplatte mit einer Schutzfunktion aus. Sie soll vor Datenverlust durch plötzliche Erschütterungen bewahren. Dabei misst ein Sensor die Beschleunigung des Geräts und parkt bei Bedarf blitzschnell die Schreib-/Leseköpfe der Festplatte, bevor diese auf die wertvollen Daten schlagen können.

In der Grundeinstellung ist diese Funktion ein wenig zu empfindlich eingestellt. Als Konsequenz reichen kleine Ruckler am Schreibtisch aus um die Festplatte zum Parken der Köpfe zu bewegen. Dadurch verlangsamt sich kurzzeitig das System was z.B. einen stotternden Film zur Folge haben kann. Zum Glück kann man mit zwei Mausklicks in der Systemsteuerung die Empfindlichkeit des Sensors anpassen. Ein nützliches Feature.

Hochglanz Optik

Stromsparend unabhängig: die Akkulaufzeit
Der Satellite Pro 110 P ist im Belastungstest knapp unter fünf Stunden mit einer Akkuladung ausgekommen. Ein sehr guter Wert. Die Zeit hat für zwei Spielfilme in voller Länge mit aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung ausgereicht. Gelegentlich erfolgten parallele Webseitenzugriffe. Die Verbindung zum schnurlosen Netzwerk ist im gesamten Testzeitraum aktiv geblieben und hat sich ebenfalls an den Energieressourcen bedienen dürfen. Wer nicht gleich zwei Filme in voller Länge schaut, währenddessen im Netz surft, regelmässig Emails abruft und dabei die Hintergrundbeleuchtung auf das Maximum gestellt lässt, kann laut Herstellerangabe mit bis zu 9 Stunden Laufzeit rechnen. Im Test sind davon knapp sieben Stunden übrig geblieben. Immer noch sehr beachtlich.

Der Lüfter des kleinen Netbooks dreht angenehm leise. Er bleibt dabei so unauffällig, dass man ab und zu nach dem leichten Luftstrom tastet um sicherzugehen, dass er noch da ist. Unter Vollast erwärmt sich der Unterboden des Gehäuses, erreicht allerdings keine besorgniserregenden Temperaturen.

Austattungsmerkmale

Glossy Bildschirm, dank LED gut lesbar

Toshiba hat das Satellite Pro 110 P üppig ausgestattet. Neben den obligatorischen Netzwerkkarten für schnurlose und kabelgebundene Verbindungen, gibt es Klinkenstecker für Mikrofon und Kopfhörer. Die Webcam über dem Bildschirm kommt mit einem internen Mikrofon. Ein Bluetoothmodul im Inneren sorgt für Anschluss an allerlei Drahtlos-Peripherie wie z.B. externe Tastaturen, siehe unseren Test des Microsoft Bluetooth Keyboard. Einer der drei USB Anschlüsse beherrscht das Laden von angeschlossenen Geräten auch im Sleepmodus. So kann einem leeren Handy oder iPod wieder Leben eingehaucht werden, ohne dass dafür das Netbook aufgeklappt sein muss. Als ebenfalls gut durchdacht erweist sich das eingebaute Lesegeräte für Flashkarten. Es akzeptiert nicht nur die weitverbreiteten SD Karten, sondern eine ganze Reihe weiterer Formate – z.B. Sony MemorySticks. HDMI und VGA runden das Angebot an Anschlüssen ab und ermöglichen jeweils den Anschluss an digital ansteuerbare Monitore bzw. praktisch jeden Beamer.

Auf einen Blick
Das hat uns besonders gefallen

  • Windows 7 Home Premium in 64 Bit Ausführung vorinstalliert
  • Festplattenschutz durch Beschleunigungssensor
  • Eingebauter Multiformat-Kartenleser
  • Gute Akkulaufzeit
  • Leiser Lüfter
  • Hochwertiges Erscheinungsbild
  • In den meisten Anwendungen knapp schneller als ein Dualcore Atom

Verbesserungswürdig

  • Eine etwas schnellere Festplatte

Fazit
Der Toshiba Satellite Pro 110 P ist aufgrund seiner kompakten Abmessungen und des günstigen Preises in das Netbook Lager einzuordnen – wenn auch die Prozessorleistung knapp über dem Niveau dessen liegt, was man von den Kleinstrechnern bisher erwarten konnte. Die Austattung fällt mit Multiformat-Kartenleser und Bluetooth ab Werk sehr gut aus. Bildschirm und Tastatur überzeugen auf ganzer Linie. Mit dem Satellite Pro 110 P kündigt sich eine neue Generation Netbooks an, die in Laptop Gefilden wildern. Angesichts der vielfältigen Anschlüsse und der Leistung stellt sich die Frage, ob für Kundentermine und zu Präsentationszwecken ein Netbook dieser Art nicht einem doppelt so schweren Laptop mit kaum der Hälfte an Akkulaufzeit vorzuziehen ist. Die Kombination aus geringen Anschaffungskosten und gesteigerter Mobilität machen Toshibas jüngsten Spross zu einem attraktiven Angebot.


--

Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.

  • Andi
    Hallo,

    Nach vielen technischen Anschaffungen in den letzten Monaten, fehlt in meiner Sammlung eigentlich nur noch ein Netbook. Drum habe ich mich wieder einmal auf dem TechDepot Blog schlau gemacht und muss sagen wieder einmal ein sehr gut gelungener Bericht. Hat mir definitiv die Entscheidung für ein Gerät erleichtert.

    Vielen Dank an das gesamte TD-Team und explizit nochmal an Mustafa dem Verfasser des Berichts:-D
  • Danke. Am besten noch unser Toshiba Interview-Video aus dem CeBIT Express schauen http://www.tdblog.de/blog/2010/03/cebit-express...
  • Rolf B.
    Hallo TD-Redaktion,
    als etwas älteres Semester ist man "Neuentwicklungen", wie in diesem Fall Netbooks, ja immer etwas skeptisch gegenüber eingestellt. Allerdings beeindruckt mich die Moblität die einem solch ein Gerät bietet.Danke für den detaillerten Einblick, sehr guter Bericht.
    Rolf B., Bremen
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