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HP Compaq 615 – das Büro-Notebook

February 12, 2010 Hardware, Testberichte View Comments

Im vergangenen Jahr waren minimalistische Netbooks, mit einer Bildschirmgröße zwischen sieben bis zehn Zoll, ein angesagter Verkaufsschlager. Die ultra-portablen Mini-Laptops finden ihre Berechtigung mit langen Batterielaufzeiten und durch geringe Abmessungen für den extensiven Außeneinsatz. Zu Beginn ihres Produktlebenszyklus stachen die Subnotebooks außerdem durch einen sehr geringen Preis hervor. Für zweihundert Euro erwischte man sich regelmäßig dabei, ein solches Gerät fast im Affektkauf in den Einkaufswagen zu legen.

Durch ihre Popularität hat die Variationsvielfalt in puncto Ausstattung und Qualität stark zugenommen. Der Toshiba Satellite Pro 110 P, beispielsweise eine der aktuellen Leistungsmaschinen im Hosentaschenformat, stellten wir kürzlich an dieser Stelle in einem ausführlichen Bericht vor.

Durch die aufpolierte Optik und die hochwertigen Bauteile, ist der ehemalige Kampfpreis jedoch vielfach nicht mehr zu halten. Für einen Rechner im Miniaturformat kann man heutzutage leicht zwischen 400 und 600 EUR ausgeben. Das ähnelt dem Markt für PC-Hardware, der sich ebenfalls immer Richtung Leistungsstärke und nur selten entgegen der Kostenspirale entwickelt. Das kann manchmal sehr bedauerlich sein, da die Rechenkraft der allermeisten Maschinen für jede Art von Bürotätigkeiten vollkommen ausreicht.

HP springt jetzt genau in diese Bresche. Der Compaq 615 (Modell: VC277EA) zwängt sich in der hier vorgestellten Version unter die 400 €-Preismarke, wartet jedoch mit einer vollen Bildschirmbreite von 15,6-Zoll im 16:9-Breitbildformat auf. Das matte LED-Display (HD Anti-Glare ) lässt sich auf eine Auflösung von 1366 x 768 Pixeln drehen. Das bietet genügend digitale Arbeitsfläche, um alle Tätigkeiten im Büroalltag bequem auszuführen.

Das Konzept lautet daher: Preiswert wie ein Netbook, gleichzeitig jedoch ein vollwertiger Arbeitsplatz.

Hardware

Die Außenabmessungen (37.2 cm x 25.4 cm x 3.2 cm) entsprechen den Standardmaßen für Notebooks mit dieser Displaygröße. Die Plastik-Oberfläche präsentiert sich im matten Schwarz, was für den Businessalltag einen viel seriöseren Eindruck hinterlässt, als spiegelnde Gehäusedeckel anderer Hersteller. Die Scharniere sind solide verbaut und auch insgesamt wirkt das Gehäuse überraschend verwindungssteif.

Der Laptop bringt 2.3 Kilo auf die Waage, das externe Netzteil wird mit 420 Gramm dazu addiert. Das ergibt ein gebündeltes Beförderungsgewicht von unter drei Kilogramm und darf jedem Arbeitnehmer auch für einen Heimtransport über das Wochenende zugemutet werden.

Als Energiespender fungiert ein Sechs-Zellen-Akku, der bei allen Schreibtätigkeiten und Netzwerkzugriffen einen halben Arbeitstag durchsteht. Die gemessenen Werte schwanken zwischen dreieinhalb und viereinhalb Stunden Laufzeit, je nachdem ob man kabelgebunden oder drahtlos im Internet unterwegs ist, die volle Bildschirmhelligkeit benötigt und welche Programme zum Einsatz kommen. Auf der vollwertigen Tastatur lässt sich bequem für mehrere Stunden schreiben. Der Anschlagspunkt fällt sehr tief aus und erzeugt auch bei umfangreichen Text-Tätigkeiten keine große Geräuschkulisse. Das Trackpad weist eine zusätzliche Scrolling-Leiste auf, mit der sich alle Datei- oder Browser-Fenster bequem – und mit nur einem Finger – durchblättern lassen.

Auf der rechten Geräteseite findet sich ein DVD-Brenner, der alle populären Medien (DVD±RW / ±R DL) beschreiben kann und sogar mit der LightScribe-Technologie Beschriftungen und Bilder auf spezielle Rohlinge nach dem Brennvorgang druckt. Die von HP und Lite-On entwickelte Technik ist für den Büroeinsatz, in dem Sicherheitskopien oder Kundenpräsentationen auf silberne Scheiben gebrannt werden müssen, nicht hoch genug zu bewerten. Mit LightScribe lassen sich ohne den Einsatz von speziellen Druckern, Klebefolien oder kostenpflichtiger Zusatzsoftware, CDs oder DVDs professionell beschriften.

Die linke Gehäuseseite hält einen Modem- und Netzwerkanschluss, den VGA-Monitorausgang sowie drei USB-Steckkontakte bereit. Der Stromanschluss ist recht ungewöhnlich auf einer mittleren Höhe platziert. Für Erweiterungen steht ein ExpressCard34-Steckplatz zur Verfügung. Mikrofon- und Kopfhörer-Buchse, sowie ein SD- und MMC-Kartenleser finden sich an der Vorderseite für den direkten Benutzerzugriff.

Leistung

Aus einer technikgeprägten Perspektive, beispielsweise in einem IT-Fachmagazin, würde die Aufmerksamkeit nach den äußeren Hardware-Eigenschaften nun auf die inneren Werte wie Prozessorkraft, Speicher und Festplatte geschwenkt werden.

Diese Fragen wollen wir hier jedoch nicht stellen. Warum? Weil der HP Compaq 615, in dieser unteren Preisklasse, sich nicht mit den anderen Notebooks messen lassen muss. Mit einem Verkaufspreis von zirka 400 EUR, zielt er auf eine ganz andere Zielgruppe, der hier die Aufmerksamkeit gewidmet werden soll.

Ideal geeignet ist der Hewlett Packard-Computer beispielsweise für einen Arbeitsplatz mit Halbtagsstelle oder für Praktikanten, die im dualen Ausbildungssystem nicht durchgehend in der Firma sind. Für Berufsfelder, die über mehrere Arbeitsschichten wechselnde Benutzer aufweisen oder sogar für eine Firmenküche, in der ein kleines Unternehmen seinen Mitarbeitern während der Kaffeepausen einen Laptop zum privaten E-Mail-Check zur Verfügung stellt – Gleiches gilt für Kunden im Wartezimmer.

Das Augenmerk auf die pure ‘Leistung’, ist nicht immer der richtige Ansatz. Vielmehr sollte die Frage im Raum stehen: Was mag ein Laptop in meinem Unternehmen ‘zu leisten’. Die zwei Prozessoren, der 2 GB-Arbeitsspeicher, die integrierte Webcam, WLan-Anbindung und das Windows 7-Betriebssystem, erfüllen alle Voraussetzungen um damit 95-Prozent der anfallenden Bürotätigkeiten nachzukommen. Es ‘schadet’ der Hardware jedoch nicht, auch einmal zwei Wochen ungenutzt in der Schublade zu verbringen. Ein kostspieliger Preisverfall der Komponenten, für die viel Geld ausgeben werden kann, findet hier nur minimal statt. Wirtschaftlich ist es oft nicht nachvollziehbar, wenn ein Laptop mit neuster Funk- und Grafikkarten-Technologie tagaus und tagein vom Auszubildenden für die Eingabe von simplen Excel-Tabellen verwendet wird.

Am Ende des Tages bleibt die Frage: Können meine Angestellten, mit der von mir bereitgestellten Hardware, ihre Aufgaben zuverlässig und ohne Umstände erfüllen?

Dies lässt sich mit einem klaren “Ja” beantworten. Die verbaute Elektronik reicht über die Verwendung von Schreib- und Datenbank-Programme locker hinaus. Der HP Compaq 615 spielt mit seinen zwei AMD-Athlon-Prozessoren (2.2 GHz), dem 2 GB-Arbeitspeicher (maximal aufzurüsten bis 4 GB), der ATI Radeon 3200 Grafikkarte und einer 160 GB-Festplatte (7200 U/min) auch HD-Videomaterial in 720p ohne mit der Wimper zu zucken ab.

Fazit

Der Compaq 615 ist ein treffsicherer Begleiter für den Büroalltag zu preislich sehr erschwinglichen Bedingungen. Das Modell setzt technisch nicht an der höchsten Fahnenstangen-Position an, hält dadurch aber den Verkaufspreis extrem gering. Die Verarbeitung und Optik stimmt. Das Display ist noch aus einem guten Betrachtungswinkel einsehbar und ausreichend hell. Das mitgelieferte Windows 7 Professional integriert sich unkompliziert ins Firmennetzwerk und dürfte für eine absehbare Zeit Zukunftssicherheit versprechen.

Plus / Minus

Das mochten wir nicht

  • Stromkabel an ungewöhnlicher Position
  • Kein Wlan N-Standard
  • Lüfter läuft regelmäßig an und könnte leiser ausfallen
  • kein horizontales Scrollen auf dem Trackpad

Das hat uns gefallen

  • Microsoft Windows 7 Professional
  • mattes Display ohne Reflexionen und in guter Auflösung
  • ein Speicherbaustein mit 2048 MB, der sich kostengünstig aufrüsten lässt
  • akzeptables Gewicht und solide Verarbeitung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

-> HP Compaq 615 – Athlon X2 QL-66 / 2.2 GHz – RAM 2 GB Festplatte 160 GB


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Dieser Artikel wurde von alex verfasst.

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