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Laser für den Poweruser: Lexmark X203n

February 17, 2010 Hardware, Testberichte View Comments

Poweruser haben es nicht leicht. Freelancer wissen das. Obwohl die Ansprüche eines dynamischen Kleinbetriebs hoch sind, setzt das Budget enge Grenzen. Hardware für den Einsatz im Privathaushalt erscheint oft attraktiv, um schliesslich im Dauerbetrieb zu enttäuschen. Die versteckten Kosten, die durch Ausfall, Reparatur und Umtausch entstehen, rechtfertigen kaum die ursprüngliche Einsparung. Zudem ist teures Verbrauchsmaterial bei Geräten wie Druckern zu berücksichtigen.

Auf der anderen Seite stehen Produkte, die für den Einsatz in Arbeitsgruppen und größeren Firmen entworfen sind. Sie halten den Belastungen des betrieblichen Umfelds statt, sind wartungsfreundlich und bieten eine lange Lebensdauer. Allerdings kosten sie das drei- bis fünffache in der Anschaffung – bei vergleichbarer Grundfunktionalität. Der freischaffende Kleinunternehmer fällt zwischen die Lager und ist im Nachteil. Er muss sich zwischen Geräten entscheiden, die nicht das eigene Anforderungsprofil bedienen.

Lexmark hat mit dem X203n einen Multifunktionsdrucker konzipiert, der belastbar und leistungsfähig sein soll und dabei mit überschaubaren Anschaffungs- und Betriebskosten aufwarten kann. Ein interessanter Entwurf, ideal für Vielnutzer. Wir klären auf, wo das Lasergerät mit Netzwerkanschluss, Scan- und Kopierfunktion überzeugen kann.

X203n: Begnügt sich mit kompakter Stellfläche

Gleich nach dem Auspacken fällt auf, der Lexmark X203n begnügt sich mit einer kompakten, fast quadratischen Stellfläche. In Sachen Design wird bewährtes geboten. Weiße Vorder- und Rückpaneele werden von grauen Seitenteilen und dem grauen Deckel der Scaneinheit eingerahmt. Abgerundete Ecken fühlen sich gut an und sehen modern aus.

Das zurückhaltende Design offenbart die wesentlichen Bedienelemente und Anschlüsse auf den ersten Blick. Auf der Oberseite finden sich der eingebaute Flachbett-Scanner und ein aufgeräumtes Bedienfeld samt Flüssigkristallanzeige. Der Blick wandert auf der Vorderseite über die Papierausgabe für bis zu 150 Blätter und den Einzelblatteinzug, hinab zur Papierkassette. Letztere fasst bis zu 250 Blatt Papier im DIN A4 Format. Mit dem Einzelblatteinzug gelingt das Bedrucken von Briefumschlägen, Transparentfolien und Etiketten verschiedener Größen, bis maximal DIN A4.

Aufgeräumte Rückseite gibt keine Rätsel auf

Gleichermaßen übersichtlich präsentiert sich die rückwärtige Ansicht mit fünf Funktionselementen. Neben einem Ein-/Aus-Schalter, finden eine Klappe zum Zugriff auf die Mechanik sowie Strom-, USB- und Netzwerkanschlüsse Platz.

Der Lexmark X203n gibt auch Technik-Neulingen keine Rätsel auf.

Drucken, Scannen und Kopieren
So ist der X203n schnell aufgestellt und verkabelt. Dank einer breiten Treiberunterstützung gelang im Test der Betrieb des MFD mit Windows 7, OS X und Ubuntu 9.04 ohne Schwierigkeiten. Der Hersteller gibt die Druckgeschwindigkeit mit 23 Seiten pro Minute an. Im Test hat sich die Druckeinheit beim 4-zu-1 Ausdruck von textlastigen Präsentationsfolien mit knapp einer handvoll Seiten weniger pro Minute noch gut gehalten. Im Standby ist der Drucker kaum wahrnehmbar. Beim Ausdruck bleibt er angenehm leise, ähnlich verhält es sich mit der Scaneinheit. Diese arbeitet zügig, bietet im Fall des X203n allerdings keine automatische Dokumentenzuführung – die gibt es mit dem nächstgrößeren Modell, dem Lexmark X204n.

Der Lexmark X203n lässt sich als eigenständiger Kopierer einsetzen. Dabei beherrscht das Gerät neben der einfachen 1:1 Kopie auch das Vergrössern und Verkleinern von Vorlagen. Nach einem Kaltstart kann der X203n innerhalb von knapp zehn Sekunden mit der ersten Kopie aufwarten.

Druckvolumen und Kapazitäten

Toner mit praktischem Griff (in Grün)

Die Tonerkapazität liegt, gemessen nach dem Standardtestverfahren ISO/IEC 19752, bei 2500 Seiten. Das heißt, dass bei durchschnittlich 5% Schwarzabdeckung einer DIN A4 Seite, ein neuer Toner für ca. 2500 Seiten ausreicht. Die vorgeschriebene Abdeckung entspricht in etwa einem klassischen Anschreiben mit kleinem Logo und Diagramm.

Im Gegensatz zum Prevail Pro 705, bei dem der Hersteller noch Verbrauchsmaterial mit hoher Kapazität beilegt, stattet Lexmark den X203n im Lieferzustand mit einem abgespeckten Toner aus. Dieser soll für knapp 1500 Seiten ausreichen. Das sind knapp 400 Seiten mehr als Lexmark allgemein als empfohlene Höchstgrenze für das monatliche Druckvolumen angibt. Ein Richtwert, der die Einordnung des Multifunktionsdruckers für Freelancer und Kleinunternehmen als Zielgruppe verdeutlicht. Kunden mit höheren Druckaufkommen werden mit den Modellen Lexmark x264dn (zusätzlich mit Duplexeinheit) und aufwärts bedient.

Auf einen Blick
Das hat uns gefallen

  • Kompakte Stellfläche
  • Solide Leistung, keine unnötigen Funktionen
  • Gute Verarbeitung
  • Gute Bedienbarkeit
  • Sehr gute Betriebssystemunterstützung

Verbesserungsmöglichkeiten

  • Keine Datenkabel im Lieferumfang
  • Toner mit geringerer Kapazität als das Standardmodell im Lieferumfang

Fazit
Die Familie der X200 Drucker, in unserem Test vertreten durch den X203n, wartet mit grundsolider Funktionalität auf.

Unaufdringliches Design mit abgerundeten Kanten

Eigenschaften, die sich nicht im Kanon der Kernfunktionen wiederfinden, hat man schlicht weggelassen. Systemspezialisten wissen, mehr ist nicht gleich besser. Je mehr Komponenten Verwendung in einem System finden, desto mehr können auch kaputt gehen. Einfachheit und Wartungsfreiheit kommt in bestimmten Einsatzgebieten höhere Bedeutung zu, als ein bezahltes und ungenutztes Feature wie z.B. eine Fax-Funktion oder Speicherstick-Unterstützung bieten kann. Leider hat man an Kleinigkeiten beim Lieferumfang gespart. Weder Netzwerk- noch USB-Kabel finden sich im Karton. Damit ist Lexmark nicht allein unter den Druckerherstellern. Zum Glück sind die Kabel günstig zu beschaffen, wenn sie nicht schon vorhanden sind.

Bewertet man den Lexmark X203n aus dieser Perspektive, bleibt ein Multifunktionsgerät, dass im Vergleichssegment gut, sauber und schnell druckt. Die Mechanik ist hochwertig, Papierstaus sind mit 80g/qm schwerem Papier nicht aufgetreten. Die Scanfunktion eignet sich für Dokumente in Schwarzweiß und Farbe gleichermaßen, sie muss sich einzig Geräten mit Auflösungen ab 1200 dpi geschlagen geben (siehe unseren Test des tintenbasierten MFD Lexmark Prevail Pro 705 mit 4800 * 1200 dpi Scaneinheit). Im Officebereich ist dieser Aspekt zu vernachlässigen.

Vorbildlich gestaltet sich die breite Betriebssystemunterstützung. Sowohl im Lieferumfang als auch auf der gut strukturierten Lexmark Webseite stehen offizielle Treiber für alle Windows Versionen ab XP/2000 bis hin zum neuesten Windows 7 bereit. Benutzer von UNIX, Linux (SUSE, Ubuntu, Debian, Red Hat) und OS X (ab 10.2) können ebenfalls auf offizielle Unterstützung seitens des Herstellers zählen. Das schafft Vertrauen und ermöglicht den Einsatz in heterogenen Umgebungen. Besonders gut gefällt, dass Lexmark trotz des Kampfpreises nicht auf einen Netzwerkanschluss verzichtet hat. Schliesslich ermöglicht dieser sowohl für Gruppen als auch im Ein-Personen Betrieb den parallelen Zugriff von mehreren Rechnern und die flexible Aufstellung des Lexmark X203n.

Mit dem X203n bekommen Vieldrucker ein Kombigerät, dass sich auf die wesentlichen Funktionen konzentriert und diese gut und verlässlich bewältigt.

Der Lexmark X203n kann direkt auf TechDepot.de bestellt werden. Dasselbe gilt für die Schwestermodelle Lexmark X204n – mit zusätzlicher Automatischer Dokumentenzuführung und Faxfunktion – und Lexmark X264dn. Letzteres Modell bewältigt noch höhere Druckaufkommen und bietet eine Duplexeinheit zum doppelseitigen Bedrucken.


--

Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.

  • Martin
    Hallo,

    Zunächst einmal großes Lob an den Testbericht. Stehe kurz vor dem Kauf eines All-In-One Gerätes. Nun begab ich mich auf den Weg, mich über solche Geräte schlau zu machen. Ein Problem bei der Suche war es detaillierte Berichte über bestimmte Geräte zu finden. Dann bin ich über TechDepot gestolpert, dessen Name in einer Kaffeerunde gefallen war und bei mir hängen geblieben ist. Ich kann nur sagen, ein Glück das ich das mitbekommen habe, denn nach dem Lesen der Berichte verschwinden alle Fragezeichen zu dem betrachteten Gerät:-D

    Vielen Dank für die gute Arbeit und weiter so.
  • Katharina Düsterhöft
    Hallo TD-Blog,
    Von eurem Blog habe ich von einer guten Bekannten gehört und muss sagen: Sie hatte recht! Eine tolle Seite für Technik-Ahnungslose wie mich. Besonders dieser Artikel hat mir besonders gut gefallen. Da ich mich in meiner Position als Kita-Leiterin gerade mit der Anschaffung eines Druckers für unser kleines Büro beschäftige.
    In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage: Meint dieser Drucker, der mir an sich sehr gut gefällt, ist für den Büroalltag einer Kita geeignet? Vielen Dank euch. Katharina
  • Hallo Katharina,

    Ich denke Eure Anforderungen sollten ziemlich genau von der Lexmark X200 Serie abgedeckt werden. Falls Ihr schon ein bestehendes Faxgerät habt, mit dem Ihr zufrieden seid, bietet sich der getestete X203n an. Dieser kann per Netzwerk von mehreren Computern aus genutzt werden.

    Ist das Fax bei Euch in die Tage gekommen bzw. noch auf Thermopapier oder Tinte angewiesen, würde ich Euch zum nächsthöheren Modell - dem X204n - raten. Damit werden die unterschiedlichen Funktionen in einem Gerät vereint und Ihr habt ein Laserfax.

    Ich vermute, dass das Druckaufkommen bei Euch nicht 1500 Seiten pro Monat übersteigt. Sollte dem der Fall sein, empfehle ich einen Blick auf den Lexmark X264dn - der verspricht auch bei mehreren Tausend Seiten pro Monat noch eine lange Lebensdauer.

    Danke für das Lob und weiterhin viel Spaß mit unserem Blog.
  • Katharina Düsterhöft
    Hallo Mustafa,
    echt klasse: Vielen Dank für die schnelle Antwort! das genaue Druckaufkommen lässt sich bei uns nur schwer schätzen, hängt von vielen Faktoren ab. Elterninformationen, Anmeldungen etc. Allerdings kann es gut sein, dass wir mit 1500 Seiten tatsächlich sehr gut bedient sind. Zum Fax: Super, dass du das ansprichst, im Moment läuft es so dass wir, wenn wir faxen müssen, machen wir dass über unseren Träger, die AWO. Also wäre dieses Produkt auch in der Hinsicht super praktisch. Ich werde, dass mal mit unserer Kostenstelle abklären. Vielen vielen Dank, Mustafa, für Testbericht und Beratung. Grandios! Viele Grüße. Katharina
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