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MSI Mini Portable Projector

March 7, 2010 Hardware, Testberichte, Unterhaltungselektr. View Comments

Wer hat ihn nicht, den Traum vom großen Kino im kleinen Hosentaschenformat? Die Bildschirmdiagonale für Filme, private Videos oder Videospielkonsolen kann kaum groß genug sein. Trotzdem möchte man auf der Dienstreise am Abend im Hotel nicht anfangen, den eigenen Plasmafernseher aufzubauen, Kabelstränge für die Surroundboxen zu verlegen oder eine Position für den dröhnenden Tageslicht-Projektor der Firma zu suchen. Nichtsdestotrotz bereitet der Mitschnitt des letzten ARD-Tatorts auf einem 8”-Zoll-Netbookbildschirm wenig Freude.

MSI klemmt sich mit seinem “Mini Portable Projector” jetzt dahinter, eine Entertainment-Lösung für Geschäftsleute zu bieten, dessen Hotelzimmer nur angestaubte Röhrenfernseher ohne Anschlussmöglichkeiten eines Laptops bereithalten. In den Mini-Maßen 60 x 26 x 122 Millimeter und mit einem Gewicht von 103 Gramm, passt der Beamer in der Größe eines iPhones nicht nur sprichwörtlich in die eigene Hosentasche.

Stichwort iPhone: Über einen Composite Video- und Audio-Anschluss lassen sich Spielekonsolen, MP3- und kleine Video-Abspielgeräte anschließen. Mit einem optionalen Adapter-Kabel wird auch das iPhone zur einem solchen Wiedergabegerät. Wer seine Film- und Musik-Unterhaltung auf einem mobilen Netbook mit sich führt, findet einen praktischen VGA-Anschluss am Gerät.

Der Projektor gibt 4:3 Bilder aus, die mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln abgestrahlt werden. Das Gerät benötigt neben der Abspielquelle nur noch einen Standard-Stromanschluss. Damit lässt sich der MSI-Beamer nach seiner Verkabelung innerhalb von 10 Sekunden in Betrieb nehmen. Die LED-Leuchten erzeugen eine Lichtstärke von 11 Lumen. Diese Lichtausbeute liegt damit knapp unter gängigen Glüh- und Halogenlampen (13 bis 17lm) und erheblich unter den Werten vieler anderer LEDs im Fachhandel (30-80 Lumen).

Bildgröße

In der Praxis bedeutet dies für eine optimale Bildqualität: Ein komplett (!) abgedunkeltes Zimmer sowie ein begrenzter Abstand zur Projektionsfläche. Ein Praxistest der LED-Leuchten auf eine weiße Wand zeigt folgende Werte als hinreichend akzeptabel: Mit einem Abstand von 60 Zentimetern vom Projektor zur Wand, kann eine Bildschirmgröße von etwas über 15”-Zoll erzielt werden. Die Diagonale des projizierten Bilds beträgt 42 Zentimeter mit den Längen- und Höhenmaßen von 24 x 32 Zentimetern.

Verdoppelt sich der Abstand, erzielt man aus einer Distanz von 120 Zentimetern die Größe eines 32”-Zoll-Fernsehers. Als Diagonale kann zirka die Angabe von  78 Zentimeter angesetzt werden, die bei einem Bild von 47 x 62 Zentimetern zustande kommt.

Mit diesen Werten in einem abgedunkelten Zimmer, lässt sich mit Genuss alleine oder zu zweit ein kompletter Spielfilm anschauen. Wer ein noch größeres Bild durch einen erhöhten Abstand erzeugt, verliert an Lichtstärke. Bei kompletter Dunkelheit und einer guten Projektionsfläche (beispielsweise einem reflektierenden Projektor-Tuch) sind größere Bilder bis 50”-Zoll möglich. In der Praxis gelten diese Voraussetzungen jedoch als nicht sehr verbreitet. Aus diesem Grund lässt sich dem MSI Mini Projektor ein praxisnahes 32”-Zoll Bild attestieren, welches sich aus einem Sitzabstand von zirka 3-4 Metern genießen lässt.

Als Lebenszeit der Lampe gibt der Hersteller 20.000 Stunden an. Gewöhnliche Office- und Heimkino-Projektoren verlieren nach rund 2.000 Stunden an Lichtstärke.

Hardware

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Mini-Projektor ein Stromadapter, eine Transporttasche und ein Dreifuß für die flexible Aufstellung. Das Stativ wird am Gehäuseboden angeschraubt und verbiegt seine drei Beine in alle gewünschten Richtungen – dessen Verarbeitung könnte jedoch besser ausfallen. Zum Anschluss an einen VGA (-Laptop) legt MSI ein Adapterkabel in der Länge von 65 Zentimetern bei. Andere Geräte lassen sich durch das ‘Klinke-auf-AV-Kabel’ anschließen. Wer ein Mobilfunktelefon, eine Sony-PSP Spielekonsole oder eine digitale Fotokamera anschließen möchte, muss ein entsprechendes Composite-Kabel mitbringen. Vermisst wird im Lieferumfang ein ‘Klinke-auf-Klinke’-Kabel. Wer über VGA ein Netbook anschließt, möchte höchstwahrscheinlich auch den Ton auf den Mono-Lautsprecher des Beamers schicken. Für dessen Baugröße erzeugt dieser eine verständliche Audio-Wiedergabe. Wer kein Klinke-Kabel mitführt, muss den Ton auf seine Kopfhörer oder über die Lautsprecher am Computer ausgeben.

Mit einem Gewicht vom zirka 100 Gramm darf in dieser unteren Preisklasse keine luxuriöse Ausstattung erwartet werden. Das Hartplastik ist jedoch gut verklebt und die silberfarbenen Knöpfe wirken solide. Am hinteren Teil des Beamers findet sich der Ein- und Ausschalter, der das Gerät, nachdem es mit Strom versorgt wurde, innerhalb von wenigen Sekunden zum Leben erweckt. An der Oberseite sind gut zugänglich zwei Lautstärke-Regler, ein Knopf zum Modus-Wechsel sowie ein Drehrad um dem projizierten Bild die richtige Schärfe zu verleihen, angebracht. Die drei verschiedenen Modi (Cinema, Hell und Normal) geben dem Bild eine andere Farbtemperatur und Leuchtkraft auf den Weg. Da die Lichtkraft der LCoS-Technologie jedoch sehr beschränkt ausfällt, konnten wir im ‘hellen’ und ‘normalen’ Modus die besten Praxiswerte erzielen.

Fazit

Der MSI Mini Projektor will sich nicht mit handelsüblichen Büro- oder Heimkino-Beamern vergleichen – weder in seiner Größe, noch in seinem Preis. Mit etwas über 100 Euro nimmt er problemlos den Kampf mit 3D-Brillen auf, die bezüglich Tragekomfort und Anwendungsmöglichkeit eine ganz andere Zielgruppe bedienen.

Wer leichtes Reisegepäck mit sich führt, und sein Hotel- beziehungsweise Pensionszimmer möglichst vollständig abdunkeln kann, vergrößert die Bildschirmgröße seines 8”-Zoll Netbooks auf mittleres Flachbildfernseher-Niveau. Die Handhabung ist kinderlicht und bietet mit 640 x 480 Pixeln eine akzeptable VGA-Qualität – definitiv ausreichend, um sich bequem auf der Hotel-Couch abendfüllend mit TV-Serien oder einem Spielfilm zu vergnügen.

Plus / Minus

Das hat uns nicht gefallen:

  • kurzes Monitorkabel (65 cm)
  • kein ‘Klinke-auf-Klinke’-Kabel für Audio vom PC
  • keine Batterie-Option

Das hat uns gefallen:

  • Startzeit: 10 Sekunden
  • absolut geräuschlos
  • nur 100 Gramm schwer, leichte Aufstellung, solide Verarbeitung
  • passable Bildqualität in abgedunkelten Räumen

-> MSI Mini Portable Projector – LCOS-Projektor – 11 ANSI-Lumen – VGA (640 x 480)


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Dieser Artikel wurde von alex verfasst.

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