iPad vs. Netbook – ein gerechtfertigter Zweikampf?
Das iPad steht in Deutschland ab dem 28. Mai im Verkauf. Die USA testen ihre US-Geräte zu diesem Zeitpunkt dann bereits seit zwei Monaten.
Ein einheitlicher Verwendungszweck der neuen Apple-Hardware hat sich noch nicht feststellen lassen, obwohl der Ansturm und die Verbreitung bereits riesig sind. Jeder Käufer scheint der flachen Flunder etwas anderes abzugewinnen. Und zweifelsohne: Jeder möchte ein solches Gerät. So, und nicht anders, lässt sich zumindest der Blick auf die Vorbestellungen interpretieren. Als Beispiele können die überhöhten Preise auf der Auktionsplattform Ebay und die tagelangen Reservierungsanfragen in den US-Apple Stores interpretiert werden.
Die verzögerte Auslieferung brachte, nicht zuletzt in Deutschland, die Gemüter in Wallung als Apple offiziell die iPad-Veröffentlichung um einen Monat nach hinten, auf Ende Mai, verschob. Doch nun ist es bald soweit. In zwei Wochen steht die neue Steve Jobs-Schöpfung dann endlich auch hierzulande in den Regalen. Eines der ersten europäischen Exemplare verlosen wir unter allen TDblog-LeserInnen an dieser Stelle. Mitmachen lohnt!
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Doch die Legitimationsfrage, für was genau das neue Gerät zu gebrauchen ist, bleibt allseits präsent. Während auf der einen Seite die Fähigkeiten als Abspielgerät für den heimischen Medienkonsum aufgeführt werden, argumentieren Besitzer der UMTS-Version auch die Tauglichkeit für Arbeitsaufgaben. Fest steht: Mit einer solchen Durchschlagskraft, wie das iPad von Apple in den Markt gestartet ist, hat noch kein Tablet-PC den Massenmarkt ins Visier genommen.
Das besonders kuriose bei einem Gerät mit dieser hohen Nachfrage bleibt jedoch: Wozu braucht man ein iPad?

Auf den ersten Blick erfüllt das neue Touch-Gerät ‘eigentlich‘ alle (Computer-)Aufgaben, die bereits durch die unzählige Anzahl von Netbooks abgedeckt wird: Surfen im Internet; Fotos, Videos oder Musik und nicht zuletzt das Lesen von elektronischen Büchern lässt sich problemlos auch mit den seit Jahren verfügbaren Klapprechnern durchführen. Da das iPad jedoch in vielen (Diskussions-)Situationen als Konkurrent für die portablen Rechner gehandelt wird, blicken wir doch einmal auf die Unterschiede.
Besonders konträre Anwendungsbereiche kristallisieren sich zuallererst heraus, wenn man sich die Hardware anschaut. Die Debatte zwischen einer haptischen Tastatur und einem virtuellen Keyboard sind seit der Veröffentlichung des iPhones nicht neu. Obwohl beide Mitspieler in ihrem Design mittlerweile ein fast vollwertiges Tastaturlayout integriert haben, muss hier den Netbooks ein eindeutigen Vorteil zugesprochen werden. Mehrzeilige E-Mails oder längere Exposés schreiben sich unter einem gefühlten Tastenanschlag definitiv vertrauter. Dagegen punktet das iPad jedoch genau durch das Fehlen dieses Unterbaus, der das Gerät wesentlich kompakter in seinen Ausmaßen gestaltet.
Wer Bücher lesen, Microbloggingdienste wie Facebook oder Twitter nutzen möchte, ist mit dem iPad sicherlich eine Spur ‘näher’ dran, am bequemen (Medien-)Konsum auf dem heimischen Sofa. Wer sich dagegen Anmerkungen zu den PDF-Texten machen muss, vielen E-Mails beantwortet oder weiter an seiner PowerPoint-Präsentation schrauben möchte, ist auf einem gängigen Betriebssystem für diesen Zeitraum sicherlich besser aufgehoben.
Nicht zu vergessen ist die App Store-Plattform, die unzählige Spieletitel, Unterhaltungs- aber auch Produktivitätssoftware in ein Format zwängt, das mit den Fingern intuitiv zu bedienen ist. Alleine für das iPad stehen über 5.000, der zu günstigen Preisen erhältlichen Programme, zur Verfügung und dürften wesentliche Einsatzgebieten der privaten und professionellen Natur berücksichtigen.
Neben diesen beiden extremen Unterschieden gibt es jedoch auch ein breites Spektrum an Fertigkeiten, in denen sich beide Gerätetypen überschneiden. Über diese Anwendungsfälle entbrennt grundsätzlich auch die Diskussion, ob ein Netbook oder ein iPad das allgemein ‘bessere’ Gerät ist.
Eine einheitliche Antwort lässt sich (glücklicherweise) nicht finden, da der einzelne Benutzer seinen ganz persönlichen Einsatzzweck festlegt. Er muss sich individuell fragen: Was sind meine Aufgaben heutzutage am Netbook? Wieviel Text schreibe ich? Mit welchen Programmen arbeite ich sonst noch? Was kann das Zusatzgerät leisten, und wieviel ist mir diese Leistung wert?

Das Apple iPad ist mit Sicherheit ein revolutionierender erster Schritt in eine technologische Entwicklungrichtung, deren Zukunftsaussichten sehr offen ausfallen. Trotzdem muss neben dem ganzen ‘Hype’ auch erst einmal klar sein, dass sich nicht von heute auf morgen die Art und Weise verändert, wie wir mit Technik umgehen. Das iPhone, Apples Smartphone, hat bereits drei Jahre auf der Lebensuhr. Blackberrys und Nokias erfreuen sich trotzdem noch einer weiten Verbreitung, obwohl dessen Kritiker seit Jahren ihren Tod heraufbeschwören (wollen).
Auffällig ist jedoch, dass sich die Konkurrenten bereits einiges an der Apple-Innovationskraft abgeschaut haben. Das iPad basiert auf dem gleichen, erfolgreichen iPhone-Betriebssystem, was plattformübergreifend diverse Vorzüge mitbringt. In der praktischen Anwendung muss sich der Anwender beispielsweise nie Gedanken über eine Speicherverwaltung, die Installationsprozesse oder eine Treibersuche machen.
Negativ fällt dagegen genau dieser rückwirkende Umstand aus, dass dem Benutzer gleichzeitig auch die Kontrolle entzogen wird. Wer in seiner Firma auf eine spezielle Business-Software zurückgreift, kann diese nicht an Apple vorbei im großen Stil auf dem Gerät installieren, obwohl das iPad die technischen Vorraussetzungen mitbringen würde. Reine Webanwendungen sind nicht für jeden Anwendungsfall eine Lösung.
Eine große „(Entscheidungs-)Hilfe“ nimmt Apple seiner Kundschaft auch bezüglich der Geräteauswahl ab. Während sich im Netbook-Bereich unzählige Hersteller, Konfigurationstypen und technische Ausstattungsmerkmale tummeln, gibt es bei der Hardware aus Kalifornien nur zwei Variante. Einmal mit und einmal ohne UMTS – die verschiedenen Speichergrößen einmal außen vor.
Trotzdem bleibt der Businessbereich für die US-Firma weiter interessant, weil sich diese natürlich auch zahlungskräftig aufstellt. Mit der nächsten Softwaregeneration werden Fertigkeiten im Geschäftsumfeld nachgerüstet. Eine größere Auswahl an VPN-Verbindungen, höhere Verschlüsselungstechniken und mehrere Exchange-Accounts finden dann sowohl auf dem iPhone als auch iPad Verwendung.
Resümee
Für die iPhone OS-Benutzung, die gleichermaßen für das iPad zutrifft, liegt gegenüber dem gängigen PC-Segment ein komplett anderer Schwerpunkt vor. Die dazugehörigen Bedienkonzepte sind gerade einmal im Anfangsstadium entsprungen, wobei sich Innovationen gegenseitig beeinflussen werden (und müssen). Eine Existenzberechtigung hat haben derzeit beide Produktgruppen, obwohl es viele Überschneidungsmerkmale gibt.
Unterschiedliche Anwendungsgebiete erfordern unterschiedliche Benutzerinteraktionen. Weder iPad noch Netbook ersetzen sicherlich für viele Anwender ihren täglichen Arbeitsrechner. Die minimierten Laptops tasten sich mit mehr Speicherkapazität und Rechenkraft in Richtung eines Desktop-Ersatzes vor, das iPad tut dies zur Zeit nicht.
Das Apple-Gerät zeichnet sich jedoch durch eine intuitive, bequeme Bedienung beispielsweise auf engem Raum für Flug- oder Zugreisen aus. Selbst eine mobile Benutzung von beiden Geräten gleichzeitig, ist nicht auszuschließen. Viel besser lassen sich seitenlange PDF-Dokumente bequem durch die Fingersteuerung am iPad lesen. Bei langen Notizen findet das Netbook mit seiner unterschiedlichen Office-Software und vollwertiger Tastatureingaben Verwendung.
Der (Konkurrenz-)Kampf ist daher eigentlich ein Miteinander, bei dem der Benutzer durch die iPad-Veröffentlichung ganz neue Auswahlmöglichkeit für seine Tätigkeiten geliefert bekommt.
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Dieser Artikel wurde von alex verfasst.

