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Mächtig und Zugänglich: Microsoft Office 2010 baut den Vorsprung weiter aus

July 28, 2010 Software, Testberichte View Comments

Das neue Microsoft Office 2010 ist da. Nach monatelangem Betatest mit mehr als neun Millionen Benutzern – dem größten in der Geschichte des Herstellers Microsoft – stellt sich die Komplettlösung für die digitale Dokumentenverarbeitung der Presse, den End- und Geschäftskunden.

Mit stetiger Regelmäßigkeit veröffentlicht der Softwareriese aus Redmond im beschaulichen Staat Washington an der Pazifikküste der USA, eine neue Version des hauseigenen Bürosoftware-Pakets. Die sogenannte Produktivitäts-Suite stellt neben dem allgegenwärtigen Betriebssystem Windows, den zweiten Grundstein für den seit nunmehr drei Jahrzehnten anhaltenden Erfolg des Unternehmens dar.

Office 2010: Wie erweitert man ein Paket, dass schon den Markt für Business-Software anführt?

Das Office Fundament
Die Kern-Programme, die Microsoft im Office-Paket bündelt, stellen die jeweiligen Industriestandards dar. Die Textverarbeitung Word eignet sich vom Entwurf einzelner Rechnungen, über die Erstellung von Serienbriefen bis zum Verfassen von Geschäftsberichten und Promotionsarbeiten mit mehreren hundert Seiten Umfang. Ganze Firmen bauen gleich ihre gesamte Existenz auf der Tabellenkalkulation Excel auf. Ob zur Verwaltung von Mitgliederbeiträgen in einem kleinen Sportverein, der Erfassung und Analyse von Geschäftszahlen oder zur statistischen Auswertung komplexer Datensätze: auf Excel ist Verlass. Seit Mitte der Neunziger Jahre, als es mit Corel Quattro Pro noch einen würdigen Mitbewerber gab, hat kein Programm dem Zahlenmeister aus dem Haus Microsoft auch nur im Ansatz mehr das Wasser reichen können. Wer im geschäftlichen Umfeld Präsentationen vorbereitet, hält oder austauscht, weiß um die Verbreitung des dritten Programms im Bund: PowerPoint. Kaum ein Meeting das ohne audiovisuelle Unterstützung auskommt, kaum eine Verkaufsbesprechung bei der man auf die Hilfe von ansprechendem Anschauungsmaterial im Großformat verzichten möchte. Seit der Internetrevolution für die breite Gesellschaft Ende der Neunziger vertreibt Microsoft den besonders im betrieblichen Umfeld weitverbreiteten E-Mail Client Outlook mit bestimmten Versionen des Office Pakets. Das Programm vereint Adressdatenbank, Aufgabenmanager, Kalenderfunktionen und den mächtigen Desktop E-Mail Client in einer Anwendung. Über die Jahre hat Microsoft neue Anwendungen für das Office Paket konzipiert und realisiert. Je nach Paketkonfiguration gesellen sich zu den Kernanwendungen Word, Excel, PowerPoint und dem Notizprogramm OneNote, die Datenbankanwendung Access, Outlook (das einzig in der Home & Student Version nicht enthalten ist) und das Publikationsprogramm Publisher dazu.

Office 2007 aufgewärmt oder für das Jahr 2010 neu erfunden?
Ganz pflichtgemäß für eine neue Version wartet Office 2010 mit einem gewachsenen Funktionsumfang auf. Verbesserungen in der Benutzerschnittstelle sollen sowohl Neulingen, als auch vor allem den zahlreichen erfahrenen Anwendern die Bedienung erleichtern. Mit dem Vorgänger Office 2007 hatte Microsoft den mutigen Schritt unternommen, nach Jahrzehnten das altbekannte und zwischenzeitlich hoffnungslos überfrachtete Menü mit seinen zahlreichen Dialogen und Verschachtelungen mit dem sogenannten Ribbon – auf Deutsch: Menüband – abzulösen. Damals wie heute eine begrüßenswerte Entscheidung – wären da nicht die leidigen Kinderkrankheiten gewesen. So hatten zum Beispiel nicht alle Programme in Office 2007 von der Menüleisten-Frischzellenkur profitiert. Das E-Mail Programm Nr. 1 Outlook wartete noch mit der überladenen und altbackenen Menüleiste auf. Auf der anderen Seite konnten das Textverarbeitungsprogramm Word und die Tabellenkalkulation Excel mit dem Ribbon auftrumpfen. Sie stellten Anwender allerdings schon beim ersten Abspeichern vor Fragen. So hatte man zum Beispiel grundlegende Verwaltungsfunktionen, die Anwender seit Anbeginn der PC-Ära unter dem Menüpunkt „Datei“ finden konnten, unter einem wenig aussagekräftigen Symbol verborgen. Nur ein Beispiel von vielen, das besonders erfahrenen Office Nutzern den Umstieg auf die Version 2007 erschwert hat. Mit Office 2010 sollen vor allem in der grafischen Benutzeroberfläche Konsistenz und Intuition mit der Verjüngungskur Einzug halten.

Ribbon für alle: das Menüband richtig umgesetzt
Alle in Office 2010 enthaltenen Programme verfügen über ein überarbeitetes Menüband. Die einzelnen Menüpunkte sind an die jeweiligen Anwendungen angepasst. War man beim Vorgänger noch den Standardvorgaben der Entwickler ausgeliefert, erlaubt Office 2010 die beliebige Modifikation von Ribbon Einträgen. Auf diese Art lässt sich jeder Office Anwendung ein individualisiertes Erscheinungsbild, das ganz den eigenen Ansprüchen angepasst ist, geben.

Einheitlicher Look: das Menüband "Ribbon" jetzt auch in Outlook 2010

An vielen Stellen ist dem neuen Office der Grad an Aufmerksamkeit und Detailverliebtheit, mit dem die Designer ans Werk gegangen sind, anzumerken. Beispielsweise mögen sich aufgrund der grunderneuerten Menüstruktur Tastaturkürzel verändert haben, altbekannte hat man aber dennoch funktional gelassen. Powerusern wird der Umstieg erleichtert. Das Erlernen der sogenannten Tastatur-Shortcuts fällt mit Microsoft Office 2010 leichter denn je. Bei einmaligem Betätigen der ALT-Taste, blendet Office über allen Ribbon-Reitern eine Taste ein, die die direkte Navigation zum Untermenü ermöglicht. Kaum ist die entsprechende Taste betätigt, schaltet die Anwendung in das gewählte Untermenü und blendet über jedem Menüeintrag eine weitere Taste zur Navigation ein. So kann man sich nach und nach bis zum gewünschten Eintrag hangeln ohne auch nur einmal die Hand von der Tastatur nehmen und mit der Maus auf Erkundungstour durch Menüstrukturen gehen zu müssen. Dabei ist besonders begrüßenswert, dass nicht alle Tasten gleichzeitig gedrückt gehalten werden müssen. Wenig geliebte und noch weniger ergonomische Fingerakrobatik – besonders solche die das simultane Auslösen von drei oder mehr Tasten erfordert hat – gehört der Vergangenheit an.

Neues Konzept für das Dateimanagement
Neben dem Ribbon teilen sich alle Anwendungen im Paket ein weiteres, gänzlich neues Feature. Microsoft hat das allseits bekannte und für Verwaltungsaufgaben zentrale Dateimenü ausgebaut und gleichzeitig übersichtlicher gestaltet. Wie? In dem man aus dem Menüpunkt gleich eine bildschirmfüllende Ansicht gemacht hat. Richtig gelesen, hinter dem Dateimenü verbergen sich in den Office 2010 Anwendungen jetzt nicht nur Einträge zum Speichern, Öffnen und Drucken von Dokumenten, sondern neben Versions-, Größen- und Autoreninformationen auch eine Druckvorschau und Zugriff auf die Berechtigungseinstellungen. Das Konzept hat man bei Microsoft “Backstage View” getauft.

Backstage View: Eine eigene aufgeräumte Ansicht für Datei- und Druckfunktionen

Die Office 2010 Anwendungen im Überblick
Mit Office 2010 haben viele neue Funktionen und Detailverbesserungen Einzug in jede der einzelnen Anwendungen gehalten. Ein allumfassendes Abbild würde den Rahmen des Artikels sprengen und ist am ehesten im Buchformat zu bewerkstelligen. Wir legen unser Augenmerk im Folgenden auf eine Auswahl an Eigenschaften, die uns aufgefallen sind und im Testzeitraum unsere Arbeit erleichtert haben.

Word 2010
Microsoft hat die statische Navigationsansicht in Word verbessert. Konnte man über die einblendbare Seitenleiste in Word 2003 und 2007 nur statisch die Struktur eines Dokuments anzeigen lassen, so unterstützt das Panel in Word 2010 dynamische Eingriffe. Per „Drag & Drop“ kann man komfortabel und vor allem sicher Sektionen eines Dokuments umorganisieren. Das wiederholte mühsame und fehlerträchtige Auswählen, Ausschneiden und Einfügen unterschiedlicher Textpassagen an passender Stelle wird ersetzt durch eine einzige Mausbewegung und einen Klick in der Navigationsansicht. Diese bietet neben einer übersichtlichen Listendarstellung und Modifikationsmöglichkeit für die Dokumentenstruktur eine überarbeitete Suchfunktion. Das Besondere daran: die Suchergebnisse werden nicht abstrakt mit Zeilen- und Spaltennummern oder einfachen Verknüpfungen ins Dokument aufgezählt, stattdessen wird zu jedem Fundort der Kontext – d.h. das textuelle Drumherum zum Fundort – angegeben. Auf diese Art lässt sich viel schneller die gesuchte Stelle im Dokument ausfindig machen ohne dabei von Fundort zu Fundort springen zu müssen.

Die neue Suchfunktion in Word 2010 findet Suchwort und Textumgebung

Das gesamte Office Paket hat in Sachen Bildbearbeitung viel dazugelernt – so viel, dass in den meisten Fällen weder tiefgreifende Kenntnisse in der Thematik vorausgesetzt, noch ein separates Bildbearbeitungsprogramm benötigt werden. Gilt es in Word 2010 ein Objekt auf einem Foto freizustellen, gelingt das mit wenig manuellem Eingriff. Ein Beispiel aus unserem Redaktionsalltag: ein Toshiba Notebook auf einem Pressefoto soll vom Hintergrund isoliert werden, um es sauber ausgeschnitten als Produktfoto in ein Dokument einzubinden. Was in diversen Bildbearbeitungsprogrammen das Zeichnen einer Maske erfordert, klappt mit knapp vier Mausklicks in Word 2010 automatisch – so wie man es sonst nur aus mächtigen Bildbearbeitungspaketen gewohnt ist.

Bildbearbeitung in Office 2010: Objekte auf Fotos freistellen

Excel 2010
Die Tabellenkalkulation ist und bleibt auch im Jahr 2010 konkurrenzlos. In dieser Version baut sie den Vorsprung sogar weiter aus. Es ist beeindruckend, wie es das Entwicklungsteam schafft eine große Bandbreite an Anforderungsfällen abzudecken ohne dabei Excel für den Heim- und „Small Office“-Gebrauch überladen wirken zu lassen. Unter der Haube sind die Rechenmodule von Excel 2010 auf moderne Mehrkernprozessoren, wie sie inzwischen in fast jedem Laptop verbaut sind, angepasst worden. Als Konsequenz gerät Excel 2010 auch bei der Arbeit mit komplexen Funktionen und sehr großen Datenmengen nicht ins Stottern – Arbeitsblätter mit mehreren hunderttausend Zeilen stellen für Excel 2010 auf einem aktuellen Standardrechner kein Problem dar. Die 64-Bit Version der Software kann sogar mit Arbeitsblattgrößen jenseits der 2 Gigabyte umgehen.
Microsoft bietet mit PowerPivot eine kostenlose Erweiterung – ein sogenanntes Add-In – für Excel 2010 an. PowerPivot ist ein mächtiges Werkzeug zur Datenanalyse. Die Funktionen von PowerPivot können sich ohne weiteres mit teuren „Business Intelligence“ Programmen messen, dazu zählen z.B. die Anbindung externer Datenbanken und der Live-Import von strukturierten Datenströmen im Atom-Format. Im Test konnten wir eine Arbeitsmappe mit knapp drei Millionen Zeilen auf einem Notebook mit Zweikern-Prozessor und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher bearbeiten.
Wer auf noch mehr Leistung angewiesen ist und mit HPC Windows Server 2008 über die entsprechende Infrastruktur verfügt, kann die Berechnung rechenintensiver Formeln auf separate Server verlagern.
Excel 2010 führt neben den zahlreichen bekannten Visualisierungsmöglichkeiten, erstmalig die sogenannten „Sparklines“ ein. Sowohl die Bezeichnung als auch die kompakten Diagramme selbst sind von Visualisierungsguru Edward R. Tufte inspiriert. Sie passen in einzelne Zellen und helfen Trendentwicklungen kompakt, z.B. für jede einzelne Zeile separat darzustellen.

Trends granular erfassen: Sparklines visualisieren pro Zeile oder Spalte

PowerPoint 2010
Der Platzhirsch unter den Präsentationsprogrammen profitiert – wie schon Word 2010 – sehr von den neuen Bildbearbeitungsfunktionen. Kaum verwunderlich, schließlich profitieren Präsentationen besonders von sauberen und klaren Visualisierungen. In dieselbe Kerbe schlagen die neuen Funktionen zur Videobearbeitung. Videos können direkt in PowerPoint getrimmt werden, ohne dass dafür ein externes Programm bemüht werden muss.
Wer schon mit Vorgängerversionen Präsentationen mit Videoinhalten erstellt hat, kennt die Tücken. Hatte man beim Verteilen der PowerPoint Datei vergessen, die Videodatei separat mitzuführen, konnte das Video nicht dargestellt werden. Mit PowerPoint 2010 lassen sich Videodateien direkt in die Präsentationsdatei einbetten. Peinliche Auftritte, aufgrund beim Umkopieren von Desktop auf Laptop vergessener Videodateien, sollten damit der Vergangenheit angehören. Um die Dateigröße im Griff zu behalten, kann PowerPoint 2010 auf effektive Komprimierungsalgorithmen zurückgreifen.

Die Präsentation 2² C# 4.0 and .NET 4 Selected Features ist vollständig in PowerPoint 2010 erstellt worden, inklusive Diagrammen und freigestellten Grafiken. Das besondere an den farblich hervorgehobenen Quelltext-Schnipseln: sie sind einfach aus der Programmierumgebung “Visual Studio 2010″ auf die Folien kopiert worden, ohne dabei ihre ursprüngliche Farb- und Schriftart-Formatierung zu verlieren. Office 2010 bietet vor dem Einfügen von Text und Grafik aus der Zwischenablage eine Vorschau in der Zielumgebung, Formatierungsfehler lassen sich dadurch vermeiden – noch bevor sie auftreten.

PowerPoint 2010 erlaubt es erstmalig Folien in einer Präsentation in Untergruppen einzuteilen. Das hat den Vorteil, dass man komfortabel die Struktur eines Vortrags durch Verschieben einzelner Untergruppen verändern kann.
Mit PowerPoint 2010 kann man Vorträge für ein Publikum an entfernten Standorten direkt vom Schreibtisch aus halten. Für einen solchen „Live Broadcast“ benötigen die Teilnehmer nicht einmal das Programm, ein Webbrowser reicht aus – sicherlich interessant für Kundenpräsentationen. Wenn der Vortrag nicht Live gehalten werden soll, kann man als Anwender ein vertontes Video in PowerPoint 2010 erstellen.

Outlook 2010
Neben dem Ribbon, der in dieser Version auch in Outlook Einzug gehalten hat, bietet der E-Mail Client endlich auch „Threaded Conversations“. Es handelt sich dabei um die aus Google Mail bekannte Gruppierung von E-Mail Nachrichten, die zu ein und derselben Konversation gehören. Es bleibt dem Anwender überlassen, zwischen der herkömmlichen Ansicht und der neuen Darstellung zu schalten. Die Anzeigeoptionen lassen sich für jeden Nachrichtenordner separat festlegen.
Mit dem „Outlook Social Connector“ geht Microsoft gänzlich neue Wege. So kann man über den Personenbereich im Ansicht-Menü z.B. sein Outlook Konto mit Windows Live Messenger, Facebook und MySpace verknüpfen. Fortan werden zu E-Mails kontextuelle Informationen zum Absender angezeigt. Dazu können z.B. die letzten E-Mails von dieser Person, das Facebook Profilbild und die letzten Statusupdates gehören.

Der Outlook Social Connector liefert Kontext zu Kommunikationspartnern

Das alles gilt natürlich nur für Personen mit denen man in den jeweiligen sozialen Netzwerken auch in Verbindung steht und auch nur wenn die Datenschutzeinstellungen es erlauben. Für die Zukunft stellt Microsoft in Aussicht, dass auch andere soziale Netzwerke integriert werden. Für den deutschen Markt ist sicherlich das meist beruflich genutzte Netzwerk Xing interessant.
Als „QuickSteps“ bezeichnet Microsoft eine neue Filterklasse für E-Mails, die nicht automatisch, sondern per Hand ausgelöst wird. Bei klassischen Filtermechanismen entscheidet der E-Mail Client nach einmalig getroffenen Benutzerangaben, auf welche E-Mails ein bestimmter Filter angewandt werden soll. Meist geschieht das in Abhängigkeit von Begriffen im Betreff bzw. der Absenderadresse. Mit „QuickSteps“ ist es nun möglich mehrere Verarbeitungsschritte festzulegen, die nur auf manuell ausgewählte E-Mails angewandt werden. Ein Beispiel: für Kundenanfragen, die an einen anderen Mitarbeiter gehen sollen, kann festgelegt werden, dass sie auf einen Mausklick im eigenen Posteingang als gelesen markiert, gekennzeichnet, in einen Unterordner verschoben und an einen bestimmten Kollegen weitergeleitet werden sollen.

OneNote 2010
Der digitale Notizblock ist neben Word, Excel und PowerPoint Teil aller Office 2010 Pakete. Die aktuelle Version des Programms für Notizen und Mitschriften ist nach OneNote 2003 und 2007 die dritte jemals veröffentlichte Version der Anwendung. Wer bisher Word oder gar nur einen Texteditor für Notizen in elektronischer Form genutzt hat, kann sich auf eine Reihe an Überraschungen gefasst machen. OneNote vereint vielfältige aus Word bekannte Formatierungsoptionen mit einer befreienden Flexibilität. So lassen sich zum Beispiel Text und Bilder an jeder beliebigen Stelle des Notizblocks einfügen. Ähnlich flexibel verhält es sich mit Pfeilen, Diagrammen und Freihand-Zeichnungen.

Mächtiges Werkzeug für Brainstormings und Meetingnotizen: das flexible OneNote

An OneNote 2010 wissen vor allem die neuen „Shared Editing“ Funktionen zu gefallen. Sie ermöglichen das zeitgleiche Bearbeiten eines bestimmten Dokuments – besonders praktisch wenn man gemeinsam mit Kollegen den Verlauf und die „Action Items“ eines Meetings, Messe- oder Konferenzbesuchs festhalten möchte. Da Office ohne Zweifel den Industriestandard darstellt, dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei potentiellen Kunden vor Ort installiert ist, sind Szenarien denkbar, in denen Geschäftspartner schon während Projektverhandlungen bzw. Verkaufsgesprächen Ergebnisse gemeinsam festhalten. Der langwierige Anschlussprozess währenddessen man sich gegenseitig die eigenen Notizen hin- und herschickt, diese miteinander abgleichen und erneut gegenseitig verifizieren muss, kann stark vereinfacht wenn nicht gleich komplett eingespart werden.
Ein auf den ersten Blick etwas verstecktes und unscheinbares Feature, erweist sich im Test als essentiell für den Einsatz von OneNote 2010. Auf Knopfdruck heftet sich OneNote als schmales Fenster an den Rand des Bildschirms und ermöglicht es beim Webbrowsen, Lesen von PowerPoint-Folien oder Betrachten eines Videos Textschnipsel zu notieren und Anmerkungen festzuhalten.

Allzeit bereit: OneNote 2010 schmiegt sich an den Bildschirmrand

Office 2010 auf dem Firmenserver und als Webanwendung
Mit der Einführung von Office 2010 stellt Microsoft für jeden Benutzer ein „SkyDrive“, das sind 25 Gigabyte freier Speicherplatz für Office Dokumente, bereit. Dazu kommen kostenlos nutzbare Web-Anwendungen zum Office Paket. Alles was man benötigt, um sowohl Onlinespeicher als auch die Web-Anwendungen zu benutzen, ist eine Windows Live ID. Wer schon den Windows Live Messenger bzw. den Spieleservice Xbox Live nutzt, verfügt schon über ein entsprechendes Konto. Die Web-Anwendungen sind unter der Adresse live.com zu erreichen. Sie bieten ein vertrautes Erscheinungsbild, sind sie doch alle nach dem Vorbild ihrer Desktop Pendants gestaltet. Die einzelnen Dienste verfügen nicht über den vollen Funktionsumfang der großen Brüder, eignen sich aber hervorragend für grundlegende Bearbeitungsfunktionen. Einige der vier Webversionen der jeweiligen Kernanwendungen bieten Funktionen zum kollaborativen Editieren. So kann man z.B. mit der Excel 2010 Web-Anwendung mit mehreren Personen gleichzeitig dieselbe Arbeitsmappe bearbeiten. Der Webdienst kümmert sich darum, dass die jeweiligen Änderungen in Echtzeit synchronisiert und dargestellt werden.

Live.com SkyDrive: 25 Gigabyte freier Onlinespeicherplatz für Office Dokumente

Man merkt dem Onlinedienst an, dass er als Antwort auf Google Docs und Co. konzipiert worden ist. Microsoft lässt die Muskeln spielen und zeigt, dass man in Redmond selbst in der Lage ist, Office ins Web zu bringen. Ebenso ist der Onlinedienst auch unternehmenspolitisch ein Beispiel für das neue, offenere Selbstverständnis im Hause Microsoft: Die Web-Anwendungen setzen nicht unbedingt den hauseigenen Browser Internet Explorer voraus. Mozilla Firefox, Apples Safari und Google Chrome werden standardmäßig unterstützt.
Die Webanwendungen wissen zu gefallen, besonders wenn es um einfache Aufgaben geht. Allerdings merkt man der Lösung die rauen Ecken und Kanten, die bei einer ersten Version nicht ausbleiben, noch an. So kann z.B. nicht jede Desktop-Anwendung direkt aus dem Speichermenü auf den Onlinespeicher „SkyDrive“ zugreifen. Was mit OneNote gelingt, ist im Speichermenü von PowerPoint (noch) nicht zu finden.
Ähnlich verhält es sich mit den Kollaborationsfunktionen. Die Excel Desktop-Anwendung unterstützt nicht die gleichzeitige Bearbeitung ein und derselben Datei in Echtzeit, ganz im Gegensatz zur Web-Anwendung. Die Desktop Versionen von OneNote, Word und PowerPoint beherrschen allerdings das Feature. Im Fall von Word und OneNote kann man auch im Web simultan zusammenarbeiten, die PowerPoint Web-Anwendung scheitert daran noch. Diese Verwirrung hätte nicht sein müssen, es spricht kein technischer Grund dafür. Es ist davon auszugehen, dass die Zeit alle Anwendungen auf denselben Stand zu bringen zu knapp bemessen war. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft hier nachbessern wird. Der erste Vorstoß in diese Richtung ist erfreulich und in den unterstützten Fällen erweisen sich die Funktionen zur Simultanbearbeitung als sehr hilfreich.
Unternehmen, die einen SharePoint Server ihr Eigen nennen, kommen innerhalb des Firmennetzwerks in den Genuss der neuen Webfunktionen – ohne dafür Dokumente auf den live.com Server hochzuladen. In sicherheitskritischen Kreisen ist das ein wichtiges Argument, das für die Plattform spricht.

Office 2010 Pakete im Überblick
Microsoft bringt Office 2010 in insgesamt sechs verschiedenen Versionen auf den Markt. Die Paketvielfalt mag nicht neu sein, schafft es aber alle Jahre wieder auch erfahrene Office Nutzer zu verwirren. Unser kompakter Überblick bringt Licht ins Dunkel.
Microsoft vertreibt insgesamt sechs Pakete, von denen sich drei vornehmlich an Haushalte, kleine Betriebe und den Bildungsmarkt richten. Bis auf die kleinste Version „Microsoft Office Home and Student 2010“ enthalten alle Suites auch Outlook 2010. Um dem Haushaltscharakter gerecht zu werden hat man „ Office Home and Student 2010“ eine Mehrfach-Lizenz spendiert – das Softwarepaket darf ganz legal auf bis zu drei PCs installiert werden. Die beiden jeweils größeren Konfigurationen richten sich im Fall von „Office Home and Business 2010“ an kleine Unternehmen, Büros und Poweruser. Mit „Office Professional Academic 2010“ zielt Microsoft auf das Bildungssegment. Beide Suites beinhalten Outlook 2010, das letztgenannte Paket zudem Publisher 2010 und Access 2010. Wer als Gewerbetreibender Endkunde dieselbe umfassende Funktionalität von „Office Professional Academic 2010“ benötigt, greift zu „Microsoft Office Professional 2010“.
Die Versionen „Office Standard 2010“ und „Office Professional Plus 2010“ sind nicht über Endkunden Kanäle, sondern nur über das Volumenlizenz-Programm für Großkunden zu beziehen.

  • Office Home and Student 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Darf auf bis zu drei PCs installiert werden.
  • Office Home and Business 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote plus Outlook.
  • Office Professional Academic 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote plus Outlook, Publisher und Access.
  • Office Standard 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote plus Outlook und Publisher. Nur über das Volumen-Lizenzprogramm für Großkunden zu beziehen.
  • Office Professional 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote plus Outlook, Publisher und Access.
  • Office Professional Plus 2010: Enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote plus Outlook, Publisher und Access. Zusätzlich sind mit SharePoint Workspace, Communicate und InfoPath Integrationslösungen für betriebliche Informations- und Kollaborationssysteme enthalten. Nur über das Volumen-Lizenzprogramm für Großkunden zu beziehen.

Microsoft bietet für Kunden die Möglichkeit an, eine Office-Lizenz ohne Datenträger zu erwerben. Die Software lässt sich aus dem Internet herunterladen. In Zukunft ist davon auszugehen, dass viele PC-Hersteller eine Office 2010 Testversion schon vorinstalliert auf ihren Systemen ausliefern. Diese kann mit der Lizenz zum vollwertigen Paket freigeschaltet werden. Die auf sogenannten Keycards im Kreditkartenformat ausgelieferten Lizensschlüssel, sind generell etwas günstiger zu erstehen, als die entsprechende Version mit physikalischem Medium, siehe z.B. Microsoft Office Home and Student 2010 Product Key Card, Microsoft Office Home and Business 2010 Product Key Card oder Microsoft Office Professional 2010 Product Key Card.

Fazit
Das Office schon seit mehreren Produktgenerationen nahezu alle Anforderungen der modernen Dokumentenverwaltung abdeckt ist kein Geheimnis. Ebenso der Umstand, dass es sich bei dem Softwarepaket um den Industriestandard handelt. Wer schon einmal versucht hat, mit einer alternativen Lösung wie Oracle Open Office oder dem Apple iWork Paket am geschäftlichen Dokumentenaustausch teilzunehmen, weiß um die damit verbundenen Probleme Bescheid: aufwendige Formatierungen gehen verloren, Automatisierungsmechanismen funktionieren nicht. Konnte man Microsoft ob der Innovations-hemmenden Monopolstellung bis vor knapp zehn Jahren noch misstrauisch begegnen, gibt es dafür heute keinen Grund mehr. Microsoft hat mit Office XP und 2003 mit einer Modernisierungsoffensive begonnen, die mit Office 2007 an Tempo gewonnen hat. Mit der aktuellen Version ist die Ribbon-Initiative erfolgreich umgesetzt worden. Office 2010 ist mit Abstand der beste und kompletteste Vertreter der Gattung.
Microsoft bietet viel Software und noch wichtiger Produktivitätspotenzial für das Geld. Excel 2010 mit dem kostenlosen PowerPivot Add-In ist nur eines von vielen Beispielen. Mit der Kombination aus Tabellenkalkulation und Datenanalyse-Werkzeug können sogar kleine Betriebe die Vorteile und Möglichkeiten einer „Business Intelligence“-Lösung erschließen. Die Konkurrenz verlangt für vergleichbare Funktionalität mehr Geld als die meisten Büros für ihren gesamten Hardwarepark ausgeben.
Obwohl Office 2010 einfacher zu bedienen ist als jeder Vorgänger der letzten fünfzehn Jahre, sei Powerusern und solchen, die es werden wollen, die Lektüre eines guten Buchs bzw. von Webseiten zum Thema ans Herz gelegt. Office 2010 ist so mächtig, dass jede Investition in Entdeckung und Beherrschung seiner vielen Möglichkeiten sich lohnt.
Bei Interesse können wir eine Serie mit Tipps & Tricks zum Thema ins Leben rufen. Dazu einfach am besten einen Kommentar auf diesem Artikel hinterlassen oder einen Tweet mit Link auf diesen Artikel an @TechDepotDE senden.

Die verschiedenen Versionen von Microsoft Office 2010 sind besonders günstig im Tech Depot Onlineshop verfügbar.


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Dieser Artikel wurde von mustafa verfasst.

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